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Kultur Stephen Gould singt Tristan
Nachrichten Kultur Stephen Gould singt Tristan
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01:15 01.11.2018
Das besondere „Tristan“-Team mit Will Humburg (5. von links), Okka von der Damerau (rechts daneben) und Stephen Gould (5. von rechts).
Das besondere „Tristan“-Team mit Will Humburg (5. von links), Okka von der Damerau (rechts daneben) und Stephen Gould (5. von rechts). Quelle: Neil Barry Moss
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Hannover

Ein besonderer Opernabend: Das ist eine Aufführung von Richard Wagners entgrenztem Musikdrama „Tristan und Isolde“ eigentlich immer. Nach der Premiere im September waren an der Staatsoper nun zwei prominente Gäste in der Inszenierung von Stephen Langride zu erleben. Robert Künzli hat die Titelrolle für eine Aufführung in der Reihe „Besondere Abende“ an den amerikanischen Tenor Stephen Gould abgegeben, als Brangäne war statt Khatuna Mikaberidze aus dem hannoverschen Ensemble Okka von der Damerau zu hören.

Gould ist derzeit der wohl führende Heldentenor auf den Bühnen der Welt – in diesem Jahr etwa war er als Tristan auch bei den Bayreuther Festspielen zu erleben. Dort hat er es wie in Hannover mit einer Inszenierung zu tun, die eine metaphysische Ebene in dem Stück sucht. Katharina Wagners Bayreuther Version ist dabei besonders düster, Stephen Langridges Inszenierung dagegen wunderbar klar und licht – für Gould muss das eine Erholung sein. Etwas massiver als im Bayreuther Orchestergraben ist der Klang des Niedersächsischen Staatsorchesters: Gould hat zwar keinerlei Probleme mit den vielen lauten und strahlenden Tönen – er legt die Partie aber an einigen Stellen etwas intimer und liedhafter an, als Dirigent Will Humburg es erwartet hat, der das Orchester dann nicht schnell genug abdämpft.

Makellos funktioniert die Zusammenarbeit mit Okka von der Damerau, die von 2006 bis 2010 in Hannover engagiert war und heute zum Ensemble der Bayerischen Staatsoper gehört. Ihr seit je wunderbar offener Mezzosopran ist seither gereift, ist noch fülliger und viel farbenreicher geworden. So stiehlt sie in der kleineren Rolle der Brangäne dem Titelhelden fast die Show.

Auch das hauseigene Ensemble braucht sich nicht zu verstecken: Kelly God ist selbst erkältet eine eindrucksvolle Isolde, Tobias Schabel ein edler König Marke und Simon Bode ein junger Seemann, der in Erinnerung bleibt. Gastdirigent Humburg sorgt am Pult des Staatsorchesters für rauschhafte Klangerlebnisse: ein besonderer Opernabend.

Die nächsten Aufführungen der Reihe: Am 4. Dezember ist das Nederlands Dans Theater unter anderem mit einer Choreografie von Hannovers designiertem Ballettchef Marco Goecke zu Gast, am 3. Februar singt Albert Pesendorfer in einer Aufführung der „Zauberflöte“.

Von Stefan Arndt

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