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Kultur „Game of Thrones“: Orchester spielt epische Filmmusik
Nachrichten Kultur „Game of Thrones“: Orchester spielt epische Filmmusik
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00:17 22.03.2019
„Game of Thrones –The Concert Show“ im Theater am Aegi. Quelle: Katrin Kutter
Hannover

Weißer Nebel wabert über die Bühne. Die Szenerie ist düster. Wenige Scheinwerfer hüllen die Ränder einer Leinwand in royales Blau. Und dann heißt es: Luft anhalten. Mit überwältigender Kraft und Lautstärke stimmen die 100 Musiker und Sänger der London Festival Symphonics die Melodie an, die Millionen Fans weltweit unmittelbar in emotionalen Aufruhr versetzt: das Titellied der Fantasyserie „Game of Thrones“.

100 Sänger und Musiker entführen von der Bühne im Theater am Aegi musikalisch in das Land der sieben Königreiche.

Niemand muss die Serie kennen, um in diesem Moment im Theater am Aegi zu staunen. Das tragende Stück des Duisburger Komponisten Ramin Djawadi lässt Bilder von weiten Landschaften und mittelalterlichen Schlachten aufkommen. Die hohen Töne der Streicher wirken wie panische Schreie, die tiefen Paukenschläge strapazieren den Spannungsbogen Takt für Takt ein wenig mehr. Alles wirkt mächtig, martialisch. Nach drei Minuten ist klar: Das wird ein großes Konzert. In jeder Hinsicht.

Mehr als 2000 Tote in sieben Staffeln „Game of Thrones

Seit der Erstausstrahlung der Serie 2011 ebbt der Hype um die Fantasyserie „Game of Thrones“ nicht ab. Die Geschichte rund um die sieben Königreiche auf den fiktiven Kontinenten Westeros und Essos basiert auf den Romanen von George R.R. Martin unter dem Titel „Das Lied von Eis und Feuer“. Sieben Staffeln sind bereits abgedreht und frenetisch gefeiert worden – im April soll das große Finale folgen. Thronkämpfe, Intrigen, und Brutalität bestimmen das Setting der komplexen Handlung. Es geht um Politik, Macht, Krieg und Religion. Die Handlung ist blutig – inzwischen zählt die Serie mehr als 2000 Tote.

Film rückt in den Hintergrund, Musik übernimmt die Hauptrolle

Die schwarzen Fräcke der Londoner Orchestermusiker passen in diese Filmszenerie nicht hinein. Allein die Percussionisten erwecken mit Lederweste einen Hauch von Mittelalter auf der Bühne. Kostüme gibt es nicht. Es wird nicht gesprochen. Das ist kein Musical. Es geht nicht um eine Inszenierung der Handlung. Hier geht es vor allem um die Musik.

Mit aufwendigen Lichteffekten und Visualisierungen, die animierte Filmsequenzen an der Leinwand zeigen, bekommen die Zuschauer aber immerhin optische Anhaltspunkte, zu welchen Szenen die 31 Stücke gehören – doch der Abend gibt den Bildern nicht zu viel Raum. Sie treiben nur die Dynamik der Stücke voran: Knallrotes Blut, Drachen, Schwerter im Spotlight und ganz viel Feuer unterstreichen dramatische Soli und kraftvolle Choralgesänge. Besetzt die Musik Djawadis, für die es 2018 einen Emmy Award gab, in der Serie einen Randaspekt, so hat sie an diesem Abend die Hauptrolle. Zum Regisseur des Orchesters wird der leidenschaftliche Dirigent Stephen Ellery. Sein Luftsprung nach dem Finale mit „The Winds of Winter“ hüllt die Bühne wieder in Dunkelheit. Stille. Durchatmen. Und dann setzt der dröhnende Applaus ein –akustisch, als würde hier das nächste Volk in diese Schlacht ziehen.

Die nächsten Veranstaltungen im Theater am Aegi finden Sie hier.

Von Carina Bahl

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