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Eurovision Song Contest 2012 „Die kleine Oma ist die niedlichste“
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20:47 23.05.2012
Foto: ARD-Kommentator und Grand-Prix-Experte Peter Urban.
ARD-Kommentator und Grand-Prix-Experte Peter Urban. Quelle: dpa
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Baku

Peter Urban, beim ESC 2012 in Baku geht’s viel um Politik. Ist das für Sie als ARD-Kommentator auch ein Thema?

Natürlich nehmen wir das Thema sehr ernst - die ARD beschäftigt sich im Umfeld des ESC in zahlreichen Sendungen mit der Lage in Aserbaidschan. Aber es ist sehr schwer, mir in der kurzen Zeit, in der ich in Baku bin, selbst ein Bild zu machen, zumal ich viel Zeit in der Halle verbringe. Auf den ersten Blick ist die Stadt beeindruckend.

Was ist 2012 denn musikalisch für ein Jahrgang?

Gemischt. Es gibt wenig Rock, wenig Folk, sehr viele Dance-Titel, manche der simpleren Art, bei denen du denkst: Das könnte man eigentlich besser machen. Aber die Sängerinnen haben lange Beine und sehen hübsch aus. Der schwedische Beitrag ist allerdings sehr ausgefeilt und stark, der hat Charakter und internationalen Standard. Dance ist ja international gerade im Kommen, leider. Lady Gaga ist zum Beispiel in Wahrheit eigentlich eine klassische Grand-Prix-Nummer, mit allem Drum und Dran.

Was sind Ihre Favoriten?

Ich mag die aserbaidschanische Ballade, auch wenn die klingt wie „Stop“ von Sam Brown. Gewinnen könnte auch Italien. Die Nina Zilli hat Klasse, der Song ist super, und wer sich „Nina“ nennt wie Nina Simone, der hat schon mal keinen Fehler gemacht. Und wenn's um die reine Songqualität geht, gehört auch „Love Will Set You Free“ von Engelbert aus Großbritannien nach vorne, eindeutig der ausgefeilteste, beste Titel. Sogar meine 13-jährige Tochter war hin und weg. Und er singt ihn brillant, ganz ohne diesen Schnulzenschmalz von früher. Leider startet er am Sonnabend auf Platz 1. Und dann sind da natürlich noch die russischen Omas.

Warum kommen die Babuschkas so gut an, obwohl sie nachweislich nicht singen können?

Ganz einfach: genau deshalb! Es ist wie auf einer Party: Jeder kann diesen Song „Party For Everybody“ mitsingen, auch wenn er gar nicht singen kann. Deshalb lieben sie alle. Und wegen der ganz kleinen Oma natürlich, die ist die niedlichste.

Und Roman Lob, der deutsche Kandidat?

Für mich gehört er auf jeden Fall unter die Top Ten. Der Song ist gut, Roman singt ihn klasse - und hier in Baku hat er in den letzten Tagen noch einmal sehr an Statur dazugewonnen und durch sein Auftreten viele Menschen von sich überzeugt. 

Zur Person: Peter Urban (64) arbeitet seit 1974 für den Norddeutschen Rundfunk als Moderator und Musikexperte. Seit 1997 kommentiert er für die ARD den Eurovision Song Contest. Nur 2009 musste er aus gesundheitlichen Gründen pausieren. Seine Stimme ist für zahllose Radiohörer und Grand-Prix-Zuschauer ein unverwechselbares Markenzeichen.

Das Interview führte Imre Grimm

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