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Kultur „22 Bullets“: Rachethriller mit Jean Reno in Topform
Nachrichten Kultur „22 Bullets“: Rachethriller mit Jean Reno in Topform
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21:42 02.12.2010
Durchsiebt von 22 Kugeln: Charly Matteï (Jean Reno, links) überlebt schwer verletzt einen Mordanschlag. Quelle: Central Film
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Vom Rachethriller „96 Hours“ hat die neue Produktion von Luc Besson die kompromisslose Action, von „Léon - Der Profi“ die zum Teil soghafte Spannung. Mit keinem kann sich „22 Bullets“ jedoch so richtig messen. Sehenswert und unterhaltsam ist der Film dennoch.

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Besson erzählt die Geschichte des Exprofikillers Charly Matteï, der von seiner Vergangenheit brutal eingeholt wird und sich dafür, dass man ihn, seine Frau und sein Kind bedroht, erbarmungslos rächt. Regisseur Richard Berry stellt hier sein Talent für Nervenkitzel unter Beweis und Jean Reno zeigt, dass ihm die Rolle des wortkargen, gefährlichen und souveränen Killers auf den Leib geschrieben ist. Ein solider Thriller.

Ein Kind, das mit seinem Vater spielt und seinem Hund, romantische Strandaufnahmen: Bilder eines friedlichen und beschaulichen Familienlebens. Die Idylle wird jäh zerstört, als Matteï, der sich schon seit Jahren aus dem Mafiageschäft zurückgezogen hat, von einem achtköpfigen Mordkommando mit 22 Kugeln niedergestreckt wird. Matteï überlebt und trägt fortan den Spitznamen „Der Unverwundbare“, „L’Immortel“, wie der Film auch im französischen Original heißt. Was dann folgt, ist eine gnadenlose Aufräumaktion - Zahn um Zahn, Auge um Auge.

„Hast du einmal Blut an den Händen, entkommst du der Spirale der Gewalt nicht mehr“, gibt Reno mit seiner rauen und markanten Stimme nach den ersten 20 Minuten den Ton an. Es geht hart zur Sache, manchmal zu hart, so dass Berry an manchen Stellen die Gratwanderung zwischen reinem Gemetzel und der Psychologie der Ängste und Rachegelüste nicht gelingt. Manche Gangsterfiguren sind zu überzeichnet, doch im Ganzen bietet der Film spannende und atemlose Verfolgungsjagden. Die Botschaft ist klar: Den Kreisen der Mafia entkommt man nicht.

Die Figur des Charly Mattheï beruht auf dem berüchtigten Marseiller Kriminellen Jacques Imbert, einem legendären Mafia-Paten, der in den 1970ern einen brutalen Anschlag überlebte. Doch der Film ist kein Biopic. Er diente Berry und Besson als Vorlage zu einer Mafiageschichte, die in Marseille spielt. Der Realismusanspruch beschränkt sich auf das Ereignis des Attentats und auf die Tatsache, dass die südfranzösische Stadt wegen ihrer Korruptionsaffären und der Machenschaften der Mafia durchaus berüchtigt ist.

Dass der Film funktioniert, geht im Wesentlichen auf die schauspielerische Leistung von Jean Reno zurück. Bereits in „Léon - Der Profi“ und „Nikita“ hat der Franzose gezeigt, dass er den Filmcharakter des Bösewichts perfekt beherrscht. Kad Merad, der dem deutschen Publikum durch Komödien wie „Der kleine Nick“ und „Willkommen bei den Sch’tis“ mittlerweile bekannt ist, schlüpft erstmals in die Rolle eines Gangsters. Eine zunächst gewöhnungsbedürftige Besetzung - nicht nur für den Zuschauer. Merad spielt sich erst nach dem ersten Drittel des Films in seiner neuen Rolle so richtig warm, hin und wieder kommt dabei auch ungewollt sein Comedyformat zum Vorschein.

dpa

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