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Kultur „22 Bullets“-Star Jean Reno im Interview
Nachrichten Kultur „22 Bullets“-Star Jean Reno im Interview
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18:22 05.12.2010
Actionstar Jean Reno. Quelle: Central Film
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Das Spiel mit der Brutalität zählt für den gebürtigen Marokkaner sowieso zum Geschäft. „Wenn Gewalt der Story dient, ist sie okay“, sagte Reno in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur in München.

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Herr Reno, Ihr neuester Film bringt so viel Action mit sich wie nur wenige Vorgänger. Würden Sie „22 Bullets“ spontan als einen Ihrer besten Kinostreifen bezeichnen? „Das würde ich so nicht sagen. Es ist immer schwer, Filme zu vergleichen. Aber meine Figur Charly Matteï ist sicherlich eine besondere: Es geht hier um jemanden, der scheitert. Seinem Umfeld und seiner Vergangenheit zu entkommen, ist immer schwierig. Charly Matteï entscheidet eines Tages, dass ihm das Sein wichtiger ist als der Schein. Er besinnt sich auf das, was wirklich zählt - er beschützt seine Familie. Grundsätzlich ist es natürlich schon so, dass die Zuschauer am Ende denken sollten: Wow, was für ein Film. Das Ziel war, die Gefühle der Menschen zu bewegen. Sie sollen schreien.“

Auffällig ist, dass äußerst viele brutale Szenen eingebaut sind. Haben Sie sich als Schauspieler ein Limit gesetzt, wo Sie sagen: bis hierhin und nicht weiter? „Es kommt immer auf den Kontext des Films an. Wenn Gewalt der Story dient, ist sie okay. Wenn sie nur hineingebracht wird, um dem Image eines Films zu dienen, quasi als Botschaft, dann ist sie falsch. Wenn ich mir solche Filme ansehe, breche ich ab und sage: Ciao. Bei „22 Bullets“ hat vor allem der Anfang brutale Züge, (Regisseur) Richard Berry wollte das so. Der Regisseur ist derjenige, der in einem Film eben eine Art Gott spielt (lacht).“

Sie haben schon oft einen der bösen Jungs gespielt, etwa in „Nikita“ oder „Léon - Der Profi“. In „22 Bullets“ ist das nicht anders. Welchen Ihrer Charaktere halten Sie für den brutalsten? „Ehrlich gesagt mache ich mir darüber keine Gedanken. Ich weiß es nicht und kann es nicht beurteilen - ich bin kein Filmkritiker.“

Wie gehen Sie denn an eine Rolle heran? „Du machst einfach das, was Du spontan für richtig hältst. Das soll aber nicht heißen, dass ich die Zuschauer geringschätzen würde. Ich lebe von ihnen, sie servieren mir mehr oder weniger mein Essen.“

dpa