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Kultur Flotter als Dreier
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00:15 02.11.2013
Die deutsche Hip-Hop-Band "Fettes Brot", Björn Warns (Schiffmeister - l-r), Martin Vandreier (Doc Renz) und Boris Lauterbach (König Boris). Quelle: dpa
Hamburg

Es war ein Ausflug, der sich nicht so recht gelohnt hat. Als Boris Lauterbach seinen zwei Bandkollegen nach fast 20 Jahren gemeinsamer Zeit als Fettes Brot mitgeteilt hat, dass er es auch einmal alleine auf der Bühne versuchen will, hielt sich die Begeisterung in Grenzen. Ganz sicher haben Martin Vandreier (Doktor Renz) und Björn Warns (Björn Beton) Lauterbach den Ausritt gegönnt und ihn auch unterstützt, doch ganz glücklich waren sie nicht. „Schließlich weiß man ja nie, ob das möglicherweise alles überstrahlt“, sagt Warns im Interview. Doch überstrahlt hat Lauterbach als die schrille Kunstfigur „Der König tanzt“ nichts. Und erst recht nicht die Erfolge, die Fettes Brot seit nun mehr zwei Jahrzehnten feiern.

Das Trio aus Pinneberg gehört zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Bands. Sie schaffen es mit Hip-Hop-Musik, die regelmäßig in den Radio-Pop rutscht, alte und neue Fans vor der Bühne zu versammeln. Und auch mit dem neuen Album „3 is ne Party“ werden sie es wohl wieder schaffen.

Denn Lauterbach, Vandreier und Warns besinnen sich auf Altbewährtes – nämlich auf die Musik aus den achtziger Jahren. Also die echten achtziger Jahre, wie sie sagen, nicht die achtziger Jahre, die alle für die achtziger Jahre halten. Was nicht ganz einfach klingt, erschließt sich spätestens beim Hören von „Kannste Kommen“. Die sympathische Aufforderung, an einer Party teilzunehmen, gründet musikalisch auf dem groovig entspannten „If I Gave You A Party“ (1983) von Sexual Harassment.

Aber es geht auch mit Karacho. Fettes Brot eröffnet mit „Wackelige Angelegenheit“ ein Tanzalbum, das in manchen Stücken nicht nur nah dran an der funky Diskozeit der ganz späten siebziger Jahre ist, sondern auch gespickt ist mit dem bekannt cleveren Humor der Pinneberger. In manchen Zeilen etwas überdreht („Kalte Füße“), aber insgesamt dem Alter der alternden Hip-Hopper entsprechend.

Trotz alledem setzen sie mit „Crazy World“ auch ernste Themen. Was Lauterbach als „Der König tanzt“ gleich in mehreren Solosongs in den Sand gesetzt hat, holt das Trio mit einem Song wieder raus. Gar nicht plump besingen sie zu einer eingängigen Melodie die Irrungen einer zu schnellen, überdigitalisierten Welt. Jede Strophe endet mit einem inhaltlich recht schlichten Refrain („An der Straße steht ein Hochhaus, es sieht aus wie ein Hochhaus“ / „Und in diesem Hochhaus wohnt ein Elfjähriger, der ist so groß wie ein Elfjähriger“). Dessen Einfachheit setzt der im Lied besungenen bösen Welt eine entmachtene Gleichgültigkeit entgegen, mit der es gleich leichter fällt, wieder vor die Tür zu gehen. Auch auf „3 is ne Party“ findet man  wieder einen Frauennamen. So wird nach „Emanuela“ und „Bettina“ nun auch „Josephine“ besungen. Absicht? Das Trio verneint. „Uns fallen einfach so gute Lieder mit Frauennamen ein“, sagt Lauterbach, und schließlich sei Josephine einfach ein toller Pop-Name. Man denke nur an Josephine Baker. Nun denn.

Erstes Fazit: Fettes Brot sind in Würde alternde Hip-Hopper, die es mit einem Griff in die Plattenkiste der siebziger und achtziger Jahre schaffen, ein modernes Album am Rande des Pops zu machen. Zweites Fazit: Fettes Brot klingt am besten als Trio.

Von Felix Klabe

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