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Kultur 500 Fans feiern in Hannover mit den Blood Red Shoes
Nachrichten Kultur 500 Fans feiern in Hannover mit den Blood Red Shoes
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08:09 17.11.2010
Von Karsten Röhrbein
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Rund 500 Zuschauer drängen sich am Montagabend im ausverkauften Béi Chéz Heinz, um die Blood Red Shoes bei ihrem ersten Hannover-Gastspiel zu sehen. Aber weil die zierliche Gitarristin Laura-Mary Carter auf der niedrigen Bühne immer noch kleiner ist als die männlichen Fans in den ersten Reihen, erhaschen die meisten Gäste nur selten einen Blick auf die Britrockwunderkinder aus Brighton.

Der Stimmung tut das kaum Abbruch: Bereits nach dem furiosen „It’s getting boring by the Sea“, einem Kommentar zur beschaulichen Heimatstadt des Duos, kleben den Zuschauern vor der Bühne die schweißnassen Karohemden am Körper. Bei „Lights are up“ kommt auch Bewegung in die hinteren Reihen: Sie haben alle Hände voll zu tun, die Crowdsurfer an den unter der Decke hängenden Lampen und Boxen vorbeizubugsieren. Während Carter in ihrem übergroßen Led-Zeppelin-T-Shirt keine Miene verzieht, fühlt sich Steven Ansell in Hannover sichtlich wohl: „Der nächste Song is called ,Sehr heiß‘“, ruft der Drummer übermütig ins Mikrofon, ehe er „This is not for You“ einzählt, einen drängelnden, rhythmusbetonten Titel, der typisch ist für die Band. In ihrem reduzierten, rauen Sound ähneln die Blood Red Shoes den White Stripes. Allerdings mit weniger Blues und viel mehr Punk.

Kaum einmal lässt das Duo die Fans verschnaufen. Nur beim herrlich-verlorenen „When We wake“ wird es ganz still im Saal, zumindest so lange, bis Steven Ansell beim Finale im zuckenden Stroboskoplicht wie wild auf die Trommeln drischt.

Die Band, die mit ihrem zweiten Album „Fire like this“ den Schritt vom verspielteren Indie- in Richtung Stadionrock gewagt hat, legt im kleinen Kellerklub noch eine Schippe drauf: Lustvoll entlockt Carter ihrer Telecaster ein sattes Feedback, ehe sie nach einer guten Stunde mit „Heartsink“ zum Zugabenblock überleitet. Nach 15 Songs ist die Setlist abgearbeitet. Nur eins haben die Blood Red ­Shoes am Ende vergessen: das obligatorische Publikumsfoto fürs Tourtagebuch.