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Kultur Abschiedskonzert der "Band von Weihnachten" in Hannover
Nachrichten Kultur Abschiedskonzert der "Band von Weihnachten" in Hannover
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19:15 27.12.2009
Spinnen und Fledermäuse: Das Abschiedskonzert der Band von Weihnachten im Pavillon.
Spinnen und Fledermäuse: Das Abschiedskonzert der Band von Weihnachten im Pavillon. Quelle: Uwe Dillenberg
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Es sind rührende Einträge, die die Besucher des letzten Konzerts der Band von Weihnachten im ausliegenden Gästebuch hinterlassen. „Ihr habt Weihnachten nicht verbessert, ihr seid Weihnachten“, schwärmt da ein unbekannter Verfasser und Lene fleht: „Macht weiter, die Jugend braucht euch.“ Ohne die Band sei Weihnachten wie Ostern ohne Eier. „Danke für die vielen tollen, versungenen und schmutzigen Weihnachtsabende“, schreiben eine Anna und Anne. Keine Frage, die Fans lieben ihre Band von Weihnachten, die seit 20 Jahren jeweils um Mitternacht zum Konzert am Heiligen Abend einlädt.

Auch in diesem Jahr kommen – wie immer – mehr als 1000 Fans in den Pavillon am Raschplatz, nur ist die Stimmung etwas getrübt – die Band hat angekündigt, sich nach dem Auftritt aufzulösen. „Man soll Schluss machen wenn es am schönsten ist“, sagt Sänger Michael Nikolaus, womit er sicher Recht hat. Aber viele Besucher denken vermutlich eher wie der Fan, der direkt nach dem ersten Song nur noch eindringlich „Warum, warum nur?“, ruft.

Bevor sich aber die neun Bandmitglieder endgültig verabschieden, wird noch einmal kräftig gefeiert. 39 Lieder der Neuen Deutschen Welle stehen auf dem Programm, plus 9 Zugaben. Mit vier Stunden Spielzeit ohne Pause erleben die Zuschauer eines der längsten Konzerte in Hannover überhaupt. Zum Motto „Halloween und Grusel“ wurde die Bühne geschmückt. Totenköpfe, Riesenspinnen, Fledermäuse und liebevoll gestaltete Papp-Drachen sind dort versammelt, eine Horrorvorstellung zum Abschied. Wobei die Musiker ähnlich gruselig aussehen. Sie tragen bunte Schlaghosen, Lack-Weihnachtsmannmäntel und grüne Riesenzylinder. Ein Traueraufzug sieht anders aus. Und so richtige Lust auf Trauer hat im Pavillon auch niemand. Zu Songs von Nena, Falco und Ärzte wird ausgelassen getanzt.

Schon beim dritten Lied, „Sterne am Himmel“, geht das Publikum in enormer Lautstärke mit. Die besinnliche Weihnachtsatmosphäre weicht einer ausgelassenen Partystimmung. Besucher liegen sich bei „Blaue Augen“ von Ideal oder „Goldene Reiter“ von Joachim Witt in den Armen, feiern Weihnachtswiedersehen zu Klängen von Rio Reiser, Extrabreit und sogar Nicoles „Ein bißchen Frieden“, ein buntes Klassentreffen, bei dem man sich vor der Bühne hin und her schubst.

Erst kurz vor 4 Uhr neigt sich das Konzert dem Ende zu. „Danke, dass ihr uns all die Jahre begeistert habt“, ruft Nikolaus. „Ihr tut so gut!“, schwärmt Sängerin Iska Janssen-Graalfs. Und ein dritter Sänger mit großer, runder Brille bedankt sich bei seinen Babysittern, die Jahr für Jahr auf seine Kinder aufgepasst haben. Dann ist endgültig Schluss.

Jörn Steinmann vom Pavillon hat noch keine Pläne für das kommende Jahr. „Wir suchen noch nach der passenden Idee“, sagt er. Aber ersetzen lasse sich diese Ausnahmeband ohnehin nicht.

Von Jan Sedlies

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