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Kultur Annette Schwandner: „Die Lage ist entspannt“
Nachrichten Kultur Annette Schwandner: „Die Lage ist entspannt“
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08:26 12.12.2012
Annette Schwandner, Leiterin der Kulturabteilung im Ministerium für Wissenschaft und Kultur Niedersachsen. Quelle: Archiv
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Hannover

Frau Schwandner, Sie begleiten im Wissenschaftsministerium den Wechsel an der Sprengel-Spitze. Welche Ansprüche gehen damit einher?

Das Sprengel Museum gehört mit seiner Sammlung in die Bundesliga und braucht auch international keinen Vergleich zu scheuen. Mehr Ausstellungsfläche, mehr Öffentlichkeit und eine stärkere Verankerung in Hannover - das sind zentrale Ziele von Stadt und Land für die Zukunft des Museums.

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Und wie muss dafür das Profil zur Nachfolge von Ulrich Krempel sein?

Es sollte eine Persönlichkeit sein, die in der klassischen und zeitgenössischen Moderne zuhause ist, management- und etaterfahren ist, die Kuratoren motiviert - und die in der Kunstszene gut vernetzt ist und vor Ort Präsenz zeigt.

Lässt sich für ein Grundgehalt von rund 7000 Euro, also ähnlich dem eines Gymnasialdirektors, solch eine Person nach Hannover locken?

Für den Bewerberkreis zählt eher das Renommee. Wer das Sprengel Museum leitet, begegnet den Spitzen der Münchener Pinakothek ebenso auf Augenhöhe wie denen des Metropolitan Museum of Art oder des Guggenheim-Museums.

Geht es nur um einen Generationswechsel an der Spitze?

Das Sprengel Museum muss sich auch stärker an ein jüngeres Publikum richten. Und es gilt zudem, mehr migrantisch geprägte Leute zu erreichen. Wir wissen aus Umfragen des Interkultur-Barometers, dass die sich eher für Darstellende Kunst und Literatur als für Bildende Kunst interessieren. Deshalb sollte man die Museumspädagogik erweitern - etwa indem man Kunststudenten mit Migrationshintergrund einsetzt.

Angesichts der hohen Ansprüche an das Amt dürfte der Kandidatenkreis überschaubar sein - zumal die Bewerbungsfrist am 13. April 2012 abgelaufen ist. Wie ist das Auswahlgremium vorgegangen?

Stadt und Land haben erst getrennt, dann im paritätisch besetzten Auswahlgremium gemeinsam sondiert, und beide haben dabei jeweils ihre eigenen Netzwerke genutzt.

Nach der Ausschreibung soll die neue Frau oder der neue Mann schon im Frühjahr 2013 antreten ...

Das ist auch sinnvoll, weil die künftige Spitze nicht erst nach der Erweiterung Einfluss nehmen, sondern schon in den Wandel einbezogen werden soll.

Wird die Zeit für ein Paralleldirektorium bis zum Ausscheiden von Prof. Krempel nicht knapp?

Für die nötige Einbindung reicht auch eine Teilnahme der neuen Spitze an wichtigen Sitzungen - die Lage ist entspannt.

Interview: Daniel Alexander Schacht