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Kultur Beate Zschäpe hört U2
Nachrichten Kultur Beate Zschäpe hört U2
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19:30 10.05.2015
Bisschen Punk, mehr Hip-Hop: Die Antilopen Gang in der Faust.  Quelle: Hagemann
Hannover

Eine vereinzelte Seifenblase schwebt zur Decke der 60er-Jahre-Halle. Auf den Schultern ihres Freundes sitzend, schmeißt ein Mädchen lachend Konfetti in die Menge. Die Band brüllt: „Wir wollen keine Bullenschweine!“. Vorne schubst man sich herum, anstatt zu tanzen. Klingt nach einem Punkkonzert. Aber die Antilopen Gang macht Hip-Hop. Linksextremen, wütenden und witzigen Hip-Hop.

Dass die beiden so unterschiedlichen Genres Punk und Hip Hop fantastisch harmonieren können, haben schon Bands wie Cypress Hill in den frühen 2000er-Jahren bewiesen. Die Antilopen Gang ist der Beweis dafür, dass Punk und Hip-Hop sich auch in ihrer politischen Botschaft einig sein können. Das Rapper-Trio, bestehend aus Danger Dan, Panik Panzer und Koljah, tritt zusammen mit ihrem Schlagzeuger-DJ im Kulturzentrum Faust auf. Anscheinend hat man dort den Soundcheck verschlafen, denn zu Beginn fehlt der Bass und man versteht kaum ein Wort, aber von Song zu Song wird es besser. Zwischen den Liedern skandiert das Publikum immer wieder: „Siamo tutti Antifascisti!” und „Nie wieder Deutschland!”

Immer ein Erlebnis: Die Rüpel-Rapper von Antilopen Gang traten in der Faust auf.

Es ist der 8. Mai, und die Antilopen Gang feiert 70 Jahre Kriegsende mit ihrem bekanntesten Lied „Beate Zschäpe hört U2“. Rechtspopulismus und Rechtsextremismus erstarken in Deutschland und Europa wieder; Verschwörungstheoretiker verbreiten rechtes Gedankengut. „Beate Zschäpe hört U2“ handelt von der ,,Banalität des Bösen” nach Hannah Arendt. In dem Song zündet Max Mustermann ein Flüchtlingsheim an – es könnte also jeder normale Bürger sein. Gerne spielt die Antilopen Gang auch auf NPD-Wahlwerbung an. So singen die drei Rapper in „Enkeltrick“ gemeinsam: „Wir nehmen deiner Oma die Rente weg!“
Der Schlagzeuger und DJ mit dem gewöhnungsbedürftigen Künstlernamen Müllmann Moses Cool läuft um sein monströses Instrument-Kunstwerk herum, klettert darauf, zerlegt es in Einzelteile. Das Schlagzeug besteht aus Schrott: Metallkannen und -Tonnen, Einkaufswagenteile, Schellen und Deckel.

Zwei Kinder klettern an einer der Säulen im Raum hoch, um besser sehen und fotografieren zu können. Viele Konzertbesucherinnen und Konzertbesucher machen Fotos und Videos mit ihren Handys. Erschreckend ist, dass sogar die Bandmitglieder zwischen den Songs verstohlen auf ihre Telefone schauen.

„Okay Hannover“, sagt Danger Dan, „Wir spielen jetzt ein Spielchen: Bildet eine Schneise in der Mitte. Ihr da geht nach links, die anderen nach rechts. Rechte Seite, ruft mal: Scheiß Zecken!” Dann rennen beide Seiten aufeinander los. Beim Metal heißt das Wall of Death. Bei der Antilopen Gang muss sogar diese politisch sein. Nach dem Konzert tanzen die Leute einfach weiter. Aus den Boxen dröhnt Punk.     

Mirjam Kay Kruecken

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