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Kultur As It Is begeistern im Lux mit Pop Punk
Nachrichten Kultur As It Is begeistern im Lux mit Pop Punk
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00:15 24.06.2017
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Hannover

Patty Walters erklärte als Teenager Gleichaltrigen vor der Kamera seine Welt. Heute hat sein Youtube-Kanal fast eine halbe Million Abonnenten, aber er liegt brach, seit Walters‘ Pop-Punk-Band As It Is vor knapp drei Jahren durchstartete. Deren neues Album „Okay“ erreichte Anfang des Jahres Platz 38 der britischen Charts. An Walters‘ Haltung gegenüber seinen Fans hat sich derweil wenig geändert, wie sich beim Konzert im Lux zeigt. Zu sehr hat der inzwischen 25-jährige die Pose des niedlichen kleinen Jungen mit dem schrägen Grinsen kultiviert. Für die 170 kreischenden Fans im Lux ist er dennoch ein Weltstar.

Nach ihren begeisternden Auftritten in Köln, Hamburg, Berlin und Karlsruhe haben die britischen Pop-Punker "As It Is" aus Brighton wieder in Hannover gespielt.

Einigen wurde bereits die Ehre zuteil, ihm am späten Nachmittag bei einem Termin für frühe Ticketkäufer ganz nahe zu kommen. Die Band spielte einige exklusive Akustiksongs und stand für Selfies bereit. Eine Mainstream-Boyband hätte nicht netter sein können. Auch auf der Bühne verkörpern As It Is eher Pop als Punk. Die neuen Songs sind fröhlicher geraten, auch wenn sie Themen wie Einsamkeit und Traurigkeit verhandeln. Dieser Widerspruch irritiert: Patty Walters verarbeitet in den Texten eine Depression und betont in Interviews, wie mutig und ehrlich seine Musik geworden sei. Auch live kündigt er zum Beispiel den neuen Song „No Way Out“ als „düster, wütend und schnell“ an. Musikalisch macht sich das kaum bemerkbar, die Gesangsmelodie bleibt bis auf einen gerappten Zwischenteil glatt und gefällig.

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Vielleicht ist es genau das, was die Fans lieben: Die Widrigkeiten ihres jungen Lebens hübsch verpackt zu bekommen. Das kann Pop schon immer sehr gut. Und mit rumpeligem Schlagzeug, schnellen Gitarren und vielen Powerakkorden, die er sich aus dem Punk leiht, ist die Verpackung sogar cool genug. „You make us strong“, steht auf Zetteln, die Fans in den ersten Reihen während des Songs „Still Remembering“ hochhalten. Wenn die Band über ihr Album „Okay“ sagt, es ginge darum, dass es in Ordnung sei, nicht in Ordnung zu sein, ist das gerade für junge Menschen eine wichtige Botschaft. Doch wenn Patty Waters dann mit schönstem Youtuber-Lächeln darüber singt, wie es ist, ein Lächeln vorzutäuschen, verheddert er sich im eigenen Image.

Von Thomas Kaestle

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