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Kultur Ein Schatz für Berlin
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09:37 03.02.2015
Von Martina Sulner
Szene aus dem „Atlas“-Stück. Quelle: Karwasz
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Hannover

Hannover und Judith Schalansky – das ist eine gute Beziehung. Im Oktober 2013 hatte hier, in der Cumberlandschen Galerie, die Theaterfassung von Schalanskys erfolgreichem Roman „Der Hals der Giraffe“ Uraufführung. Inszeniert hatte Helen Danner, und Beatrice Frey spielte in dem Solostück die etwas verkorkste Biologielehrerin Inge Lohmark. Knapp ein Jahr später, im September 2014, wurde das nächste Stück nach einem Buch der 34-jährigen Autorin in dem Cumberlandschen Treppenhaus gezeigt: „Atlas der abgelegenen Inseln“. Diese Uraufführungsinszenierung stammt von Regisseur Thom Luz.

Hannover und Judith Schalansky – das ist auch eine erfolgreiche Beziehung. Luz’ „Atlas“-Inszenierung ist, wie gestern bekannt wurde, zum 52. Berliner Theatertreffen eingeladen. Vom 1. bis zum 17. Mai sind dort die zehn bemerkenswertesten Bühnenarbeiten des vergangenen Jahres zu sehen.

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Klangkunst auf drei Etagen

Das ausgewählte Stück ist eine Geschichte über gestrandete Menschen auf einsamen Inseln. Luz, 2014 als Nachwuchsregisseur des Jahres ausgezeichnet, lässt vier Musiker und vier Schauspieler (Beatrice Frey, Günther Harder, Sophie Krauß und Oscar Olivio) auf drei Etagen der Galerie spielen. Der „Atlas“ war Thom Luz’ erste Arbeit am Schauspiel Hannover; ab der kommenden Saison wird der 33-Jährige als Hausregisseur am Theater Basel arbeiten.

In der Cumberlandschen Galerie geht es auf Weltreise: Judith Schalansky's "Atlas der abgelegenen Inseln - Fünfzig Inseln, auf denen ich nie war und niemals sein werde" in der Inszenierung von Thom Luz feierte seine Uraufführung. Wir zeigen Ihnen Bilder aus dem Stück.

Im hannoverschen Schauspiel freut man sich sehr über die Einladung nach Berlin – vor allem, so „Atlas“-Dramaturgin Judith Gerstenberg, weil „das Wagnis, dieses außergewöhnliche Buchprojekt von Judith Schalansky in Theater zu verwandeln, in dieser Form gewürdigt wird“. Der junge Regisseur, sagt Gerstenberg, habe einen „Gesamtklang aus Sprache, Musik und Raum entwickelt“. Das Stück läuft nach Auskunft des Schauspiels gut. „Was besonders freut“, sagt die Dramaturgin, „weil es vom Zuschauer verlangt, sich intensiv auf das Hören einzulassen.“ Da in der Inszenierung kräftig mit Theaternebel gearbeitet wird, ist das Hören besonders wichtig. „Dieser Abend ist fein, leise und streckenweise unsichtbar – und genau deswegen ein echter Theaterschatz“, urteilt die Jury.

Die Jury des Theatertreffens – dazu gehören die Kritiker Till Briegleb und Peter Laudenbach – hat zehn Stücke nominiert. Darunter ist Nicolas Stemanns Inszenierung von Elfriede Jelineks Text „Die Schutzbefohlenen“ am Hamburger Thalia Theater. Ebenfalls aus Hamburg eingeladen ist Karin Henkels Schauspielhaus-Projekt „John Gabriel Borkman“. In Berlin dabei sind außerdem die Münchner Kammerspiele mit „Warum läuft Herr R. Amok“ (Regie: Susanne Kennedy) und das Maxim Gorki Theater mit „Common Ground“ (Regie: Yael Ronen).

Atlas der abgelegenen Inseln

Für die Vorstellung von „Atlas der abgelegenen Inseln“ am 17. Februar gibt es  noch wenige Restkarten; eine weitere Vorstellung ist am 31. März. Karten unter (05 11) 99 99 11 11. Weitere Informationen gibt es unter www.schauspiel-hannover.de.

02.02.2015
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