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09:17 01.10.2013
Mit Mozart, Spohr und Mendelssohn eröffnete die Klassische Philharmonie Bonn das erste der vier Hannover-Konzerte ihrer Wiener-Klassik-Reihe im großen NDR-Sendesaal.
Mit Mozart, Spohr und Mendelssohn eröffnete die Klassische Philharmonie Bonn das erste der vier Hannover-Konzerte ihrer Wiener-Klassik-Reihe im großen NDR-Sendesaal. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover

Schon an der Stückauswahl ist das Motto des Abends erkennbar: Wolfgang Amadeus Mozarts Sinfonie Nr. 31 D-Dur, Louis Spohrs Konzert für Klarinette und Orchester Nr. 2 Es-Dur und Felix Mendelssohns Symphonie Nr. 1 c-Moll sind eine Ode an die Klarinette. Damit eröffnete die Klassische Philharmonie Bonn unter Leitung von Heribert Beissel jetzt das erste der vier Hannover-Konzerte ihrer Wiener-Klassik-Konzertreihe im großen NDR-Sendesaal.

Die „Pariser Sinfonie“ komponierte Mozart nach dem Tod seiner Mutter 1778 binnen drei Wochen in Paris. Bedächtig, mit versöhnlich weichem Ton schwingt das Hauptmotiv zwischen den Streichern hin und her. Mit den anderen beiden Sätzen greift Mozart die Vorlieben des Pariser Publikums auf: ein breites Spektrum an Klangfarben und ein großer Bläsersatz mit Klarinette. Beginnend mit einem achttaktigen Violin-Piano steigert sich das Orchester im finalen Allegro mit maximaler Wucht in eine tonale und dynamische Intensität. Die Bonner Philharmonie weiß zu begeistern.

Den dramaturgischen Höhepunkt des hannoverschen Abends bildet Spohrs Konzert für Klarinette und Orchester. In der Komposition von 1810 zeichnet sich der damals aufkommende Virtuosenkult ab. Die Klarinette, zum Star des Orchesters erkoren, tritt aus dem Tutti hervor. Sie lässt das Hauptmotiv erklingen, gibt es wie einen Spielball an das Orchester ab, greift es wieder auf. Klarinettist Alexander Hildebrand brilliert als Solist, trotz eines Patzers in der Höhe. Virtuos und feinfühlig arbeitet er den samtigen Klang seines Instruments heraus. Damit setzt er das Allegro hervorragend vom Rondo ab. Letzteres lebt wiederum vom traditionellen Klarinettenklang: folkloristisch und keck.

Auch Mendelssohns Symphonie Nr. 1 zeichnet sich durch einen umfangreichen Bläsersatz inklusive der doppelt besetzten Klarinette aus. Diesen dritten Teil des Abends nutzen die Bonner, um ihre Spielfreude zu demonstrieren, und bleiben dabei technisch versiert. Vor allem das zwölftaktige Streicher-Pizzicato bleibt im Ohr.

Als Zugabe bietet die Philharmonie Bonn eines der „Lieder ohne Worte“ von Mendelssohn. Und am Ende gibt es vom Publikum, um mit Mozarts Worten zu sprechen, „ein großes applaudissement“.

Die nächsten Konzerte: 22. Dezember sowie 26. Januar und 30. März 2014.

Jacqueline Moschkau

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