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00:00 23.12.2016
Hannover

Der 16-jährige Karl Roßmann schwängert ein Dienstmädchen und wird von seinen Eltern kompromisslos nach Amerika verfrachtet. Mit einem Anzug, einem Koffer und einem Stück Veroneser Salami im Gepäck überquert er den Atlantik, um sein Glück im Exil zu suchen. Die Freiheitsstatue begrüßt die Einwanderer neuerdings mit erhobenem Schwert statt mit Fackel, die Vereinigten Staaten liegen fremd und unübersichtlich in ihrem Rücken. Im ständigen Konflikt zwischen Selbstbestimmung und Selbstbeherrschung, zwischen Freiheit und Disziplin erlebt der junge Karl Roßmann schon bald die direkte Umkehrung des amerikanischen Traums: Vom reichen Onkel kurzfristig adoptiert und spontan auch wieder fortgeschickt wird er vom Landstreicher zum Liftboy und endet schließlich als privater Sklave einer übergewichtigen Opernsängerin.

Jede Bemühung, in der Fremde Fuß zu fassen, scheitert am Fremdsein an sich, jeder noch so kleine Fehltritt wird zum konkreten Anlass des sozialen Abstiegs. Erst als das „Naturtheater von Oklahoma“ mit Arbeit für jedermann wirbt, überwindet Karl seine Isolationsgefühle erneut, und jagt auch dieser letzten Verheißung hinterher.

Franz Kafka, selbst nie in den Vereinigten Staaten gewesen, konstruiert sein Amerika anhand von Fotos, Reiseberichten, Zeitungsartikeln und Stummfilmen – als aussichtsreiches Glücksversprechen einerseits, als erbarmungslose Leistungsgesellschaft andererseits – bis ihn die schiere Größe seiner Erzählung selbst überfordert: „Er läuft mir auseinander, ich kann ihn nicht mehr umfassen“, schreibt Kafka zu seinem ersten, unvollendeten Roman: „Der Verschollene“, den Max Brodt nach Kafkas Tod unter dem Titel „Amerika“ veröffentlicht und zusammen mit „Der Prozess“ und „Das Schloss“ in die „Trilogie der Einsamkeit“ einreiht.

Regie: Claudia Bauer, Bühne: Andreas Auerbach, Kostüm: Patricia Talacko, Musikalische Leitung: Smoking Joe, Dramaturgie und Video: Jan Friedrich.

Mit: Klara Deutschmann, Rainer Frank, Katja Gaudard, Maximilian Grünewald, Günther Harder, Christoph Müller, Frank Wiegard.

Amerika

von Franz Kafka in einer Bearbeitung von Claudia Bauer und Jan Friedrich

Preview: 17. Januar, 19.30 Uhr Schauspielhaus

Premiere: 19. Januar, 19.30 Uhr

anschl. Premierenfeier

Sie spielen auf Plätzen, Straßen oder Brücken der Stadt. Unterwegs probieren sie neue Formen und Formate aus, treffen auf Menschen, denen sie im Theater vielleicht nie begegnet wären und verschieben mit ihren Aktionen die Grenzen der Wahrnehmung.

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