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Kultur Die Kunst der Fuge
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21:08 01.05.2015
Von Daniel Alexander Schacht
Das Innen ist außen, das Außen ist innen: Die Fadeninstallation „Fuge“ in der Galerie. Quelle: Schacht
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Hannover

Die führen die Künstlerinnen Anna Grunemann und Christiane Oppermann – für diese Namen steht das Kürzel „AG & CO“ – im Inneren mit neongrüner Maurerschnur weiter. Und weil diese Schnüre genau die Linien der Fugen der Fassadentäfelung darüber und zwischen den Bodenplatten darunter fortführen, sich durch die Scheiben der Galerie betrachten lassen, aber auch darin spiegeln, führt diese Installation zu einer nachhaltigen Verunsicherung darüber, was hier innen ist und was außen. Und beschert Besuchern, die sich auf diese Linien einlassen, unverhofft ein neues Raumgefühl.

„Fuge“ heißt diese Gemeinschaftsarbeit der beiden Künstlerinnen. Ihre künstlerische Strategie, eine neue Wahrnehmung von Altbekanntem durch einen ungewöhnlichen Blickwinkel zu bewirken, lässt sich aber auch bei den Objekten und Installationen im Untergeschoss beobachten. Da lässt Christiane Oppermann zwei alte Designersitzgelegenheiten, einen Wilkhahn- und einen Fritz-Hansen-Stuhl, an vier Leinen pendeln. Da lehnt ein Spiegel an der Wand und ein anderer liegt auf dem Boden, auf dem ein Eimer mit Kieselsteinen steht, nur wenig größer als die im Waschbetonboden verlegten. Da sind Vasen, Gläser, Latten und Drähte zu Skulpturen kombiniert.

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Denn „AG & CO“ folgen nicht einfach nur der alten Avantgarde-Strategie, nach der man jedes Alltagsobjekt zu Kunst erklären kann, indem man es in eine Ausstellung stellt. Sie verfremden und kombinieren und gewinnen den Objekten so neue Perspektiven ab. „Wir wollen den Alltag mit Poesie aufladen“, sagt Grunemann. Das ist in diesem Fall der Alltag der Galerie, aus deren Nebenräumen viele Objekte stammen – von manchem Stuhl, der zum Exponat wird, bis zum Staub hinter Bilderrahmen, den sie zum Objekt neuer Bilder machen.
Ist das poetisch? Es bringt den Besuchern die Galerie jedenfalls auf ungewöhnliche Weise nahe.

Ausstellungstipp

„AG & CO“. Bis 31. Mai in der Galerie vom Zufall und vom Glück, Theodor-Lessing-
Platz 2.     

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