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Kultur Ausstellung zu Romy Schneider in Berlin
Nachrichten Kultur Ausstellung zu Romy Schneider in Berlin
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15:59 04.12.2009
Romy Schneider
Romy Schneider Quelle: ddp
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Zweieinhalb Jahre lang haben Kuratorin Daniela Sannawald und ihr Team die Sonderausstellung vorbereitet. Sannawald reiste nach Österreich und Frankreich, sprach mit ehemaligen Kollegen, Freunden und Familienmitgliedern Romy Schneiders. Film- wie auch Verleihfirmen wurden zu Leihgaben überredet. Nach zahlreichen Rückschlägen und Verzögerungen kann Sannawald nun stolz sagen: „Das ist die erste komplette Romy-Schneider-Ausstellung in Berlin.“

Zusammengekommen sind 275 Exponate. Dazu zählen zwei originale Césars - die französischen Filmpreise -, die Schneider 1976 und 1979 für ihre Rollen in „Nachtblende“ und in „Eine einfache Geschichte“ erhielt. „Wir zeigen darüber hinaus Briefe aus dem privaten Umfeld, Briefe von Filmproduzenten an Romy und Schreiben von ihr an Produzenten und Regisseure“, sagt Heidi Berit Zapke, Sprecherin des Museums für Film und Fernsehen Berlin. Darüber hinaus erhält der Besucher erstmals Einblick in Familienalben.

Auf 450 Quadratmetern eröffnet sich eine ganz neue Romy-Welt. „Wir konzentrieren uns auf das Werk und wollen damit betonen, dass sie eine ganz hervorragende Schauspielerin war“, sagt Ausstellungsmacherin Sannawald. Dazu zählten auch zahlreiche Wiederentdeckungen. Als Beispiel nennt die Kuratorin „Der Kampf auf der Insel“, ein mit Jazzsound unterlegter französischer Schwarz-Weiß-Film. Dieser Streifen aus dem Jahr 1966 zeigt Romy erstmals zusammen mit Jean-Louis Trintignant.

Auch ein paar Szenen der ersten Arbeit mit ihrem Dauer-Filmpartner Michel Piccoli aus „Schornstein Nr. 4“ sind zu sehen. Ein Probenfoto bezeugt die wenig bekannte Theaterarbeit Romy Schneiders in Paris, Standfotos dokumentieren ihre Mitwirkung in Orson Welles’ beklemmender Kafka-Verfilmung von „Prozess“. Vervollständigt wird die Übersicht durch originale Zeichnungen von Szenenbildern für Schneider-Filme. Schneiders Tochter spendete gar ein Filmkleid ihrer Mutter.

Besonders beeindrucken die zahlreichen Fotos, von denen einige nach Angaben der Ausstellungsmacher erstmals gezeigt werden. Fotografen wie F.C. Gundlach oder Robert Lebeck haben sich intensiv mit dem Gesicht Romy Schneiders auseinandergesetzt, sich regelrecht hineinvertieft: Romy als behütete Tochter, Romy als Filmgesicht, Romy als Verliebte, Geliebte oder als Mutter, Romy auf Partys, Romy unverhohlen lüstern, Romy endlos verzweifelt. Immer aber Romy die Wunderschöne.

Mitten in der Ausstellung kommt dann auch Sisi ausführlich zur Geltung: Ein echtes Reisekleid der Kaiserin zeigt ihre wahren Konfektionsmaße, während nebenan ein hölzerner Paravent mit Fotos der verklärten Herrscherin beklebt ist. Daneben sind Romys Filmkleider aufgebaut, auch jenes, das Jessica Schwarz jüngst für den ARD-Film als Romy-Darstellerin trug. Die Schau ist bis 30 Mai 2010 zu sehen.

ddp