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Kultur „Autobiography“ von Wayne McGregor bei Movimentos in der Autostadt
Nachrichten Kultur „Autobiography“ von Wayne McGregor bei Movimentos in der Autostadt
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00:16 14.04.2018
„Autobiography“ von Wayne McGregor Quelle: Matthias Leitzke
Wolfsburg

 Vieles ist tanzbar. Aber das eigene Erbgut? Das hat der britische Choreograph Wayne Mc Gregor versucht. Sein Projekt „Autobiography“, das jetzt bei den Movimentos Festwochen in der Autostadt zu sehen ist, besteht aus 23 Einzelstücken – was dem menschlichen Chromosomensatz entspricht. Die 23 Stücke sind innerhalb eines Rahmens frei kombinierbar, was dazu führt, dass jede Aufführung ein Unikat ist.

Die Kombinierbarkeit hat etwas mit unserer DNA zu tun, wirkt aber nicht zwingend.  Die Sache ist die: Es spielt keine Rolle, welche Szene auf welche folgt. Alles könnte auch ganz anders sein.  Um dem Eindruck künstlerischer Beliebigkeit entgegenzuwirken, arbeitet der Choreograf mit wuchtigen Bildern und erheblicher Lautstärke. Beides sagt nicht: „Das kann“, sondern „Das muss“ – und beides überschreitet zuweilen die Schmerzgrenze. Die elektronischen Klänge der Soundtüftlerin Jlin werden den Zuschauern gnadenlos in die Ohren geprügelt, und bei den Lichteffekten von Lucy Carter macht sich die Nähe des funktionierenden Volkswagenkraftwerks bezahlt. Das kann problemlos und ganz schnell die gigantischen Energiemengen zur Verfügung stellen, die für diese Lichtorgie offenbar benötigt werden.

Carter arbeitet gern mit Blendeffekten. Scheiben aus Licht huschen über die Gesichter der Zuschauer. Um die gekonnt herauszupräparieren, muss die Bühne fortwährend in Kunstnebel getaucht sein. Von oben senken sich immer wieder abgefahrene Lichtchoreos herab, beim Thema „Alter“ passenderweise in Grün-und Blautönen gehalten. 

Der Tanz folgt der Überwältigungsstrategie, die Licht und Ton vorgeben: das zehnköpfige Ensemble präsentiert viel Artistik: übertriebener Spagat im Stehen, Handstand mit abschließendem Niedergleiten. Ansonsten gibt es Tanztheaterüblichkeiten: Anziehen und Abstoßen, Drehen und Wenden, Aufstehen und Niedersinken. Die Innovation findet bei Wayne McGregor nur in den Außenbezirken Sound und Licht statt. 

Am 14. und 15. April gastiert die Compagnie DCA / Philippe Decouflé bei Movimentos

Von Ronald Meyer-Arlt

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