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Kultur „Avengers: Endgame“ – Die Superhelden von Marvel tragen Trauer
Nachrichten Kultur „Avengers: Endgame“ – Die Superhelden von Marvel tragen Trauer
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16:00 30.04.2019
Allein im Weltraum: Tony Stark alias Iron Man (Robert Downey jr.) treibt durchs All. Quelle: Foto: Marvel Studios
Hannover

Nur ein kurzes Fingerschnipsen reichte dem Bösewicht Thanos im letzten „Avengers“-Film aus, um die Hälfte der Menschheit zu Staub zerfallen zu lassen. Darunter waren auch verdiente Helden aus dem Marvel-Universum, die in den letzten zehn Jahren mitgeholfen hatten Milliardengewinne in die Konzernkasse zu spülen. Es war ein Filmende, das nicht nur unter eingefleischten Comic-Film-Fans als größter Cliffhanger der Filmgeschichte gilt.

Stand der Dinge: Die Reihen der Superhelden sind gelichtet

Und so herrscht zu Beginn der finalen Fortsetzung „Avengers: Endgame“ auf dem Planeten Erde zunächst große Depression. Die Reihen im Superheldenlager sind gelichtet und die Trauer um die verlorenen Kollegen groß. Captain America (Chris Evans) leitet eine Selbsthilfegruppe, Iron Man (Robert Downey jr.) hat sich ins Familienleben zurückgezogen, während Black Widow (Scarlett Johansson) müde die Zentrale zur Verbrechensbekämpfung leitet.

Und der omnipotente Thor hat sich frustriert dem Suff ergeben, wofür die Pixelmeister Chris Hemsworth eine Bierwampe auf den Astralleib geschnürt haben.

Ant-Mans Idee: Zeitreisen könnten die Untat ungeschehen machen

Die rettende Idee kommt ausgerechnet vom kleinsten Mitglied im Superhelden-Team. Ant-Man (Paul Rudd) hat die Halbierung der Menschheit irgendwo im Zeittunnel verbracht, dessen quantentheoretische Erklärung schon in „Ant-Man and the Wasp“ keiner verstanden hat. Er will die Technik dazu nutzen, um zurück in die Vergangenheit zu reisen, wo Geschehenes ungeschehen gemacht werden soll.

Dass das Instrument der Zeitmaschine ein äußerst abgegriffenes Hilfsmittel ist, dessen sind sich auch die Regisseure Anthony und Joe Russo bewusst. Durch selbstironische Verweise auf so ziemlich alle einschlägigen Zeitreisefilme versuchen sie diese erzählerische Schwäche unschädlich zu machen. Es wird tapfer gekämpft und noch tapferer gestorben und der Mythos superheroischer Unbesiegbarkeit zur Steigerung der Spannung teilweise unterminiert.

Auf schlappe drei Kinostunden haben die Russos den letzten Akt der „Avengers“-Reihe gestreckt und rekrutieren im finalen Kampfgemetzel so ziemlich jeden Superhelden, der in den letzten Jahren unter dem „Marvel“-Siegel das Licht der Leinwand erblickt hat.

Ist jetzt wirklich Schluss mit den Avengers

Langweilig wird es bei der Betriebsfeier nicht, weil das Regie-Duo die epische Breite immer wieder durch Humor und Momente superheroischer Selbstbesinnung auflockert. Ob es nach diesem rauschenden Finale in naher Zukunft ein Relaunch der „Avengers“-Filme geben wird, darüber darf munter spekuliert werden.

Das wird vor allem in neuen Vertragsverhandlungen mit den Schauspielern entschieden, von denen einige sichtbar den finalen Ausstieg suchen, andere wie Brie Larsons „Captain Marvel“ und Chadwick Bosemans „Black Panther“ sich gerade erst warm gelaufen haben. Wiederauferstehungen gehören im Hause „Marvel“ zur Konzernstrategie: Der ertragreiche „Spider-Man“ wurde innerhalb von nur sechzehn Jahren schon viermal zu neuem Leben erweckt.

Weitere Kinostarts:

„Royal Corgi“ – Ein Hund kommt vor die Hunde

„Das schönste Paar“ – Von Liebe und von Rache

Von Martin Schwickert/RND

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