Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur Benefizkonzert von Rotary International
Nachrichten Kultur Benefizkonzert von Rotary International
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
09:17 15.11.2010
Von Rainer Wagner
Benefizkonzert für "Live Music Now": Wagner Gala mit dem ehemaligen Generalmusikdirektor George Alexander Albrecht in der Staatsoper Hannover. Quelle: Martin Steiner
Anzeige

Darf man sich die Rosinen aus dem Teig picken, wenn es doch ums große Ganze geht, das erobert werden will? Treue Wagnerianer mussten kein schlechtes Gewissen haben beim Benefizkonzert von Rotary International in der Staatsoper, denn auch Highlights können eine lange Lichterkette ergeben: Am Ende dauerte die Wagner-Gala dann doch länger als eine „Rheingold“-Auführung. Dabei waren die Grußworte eher knapp gehalten. Verwaltungsdirektor Jürgen Braasch machte den Auftakt. Klaus Goehrmann begrüßte polyglott seine Rotarierfreunde aus aller Welt und überreichte einen Scheck von immerhin 25 000 Euro an Cornelia Rimpau. Die Gründerin der Hannover-Sektion von „Yehudi Menuhin Live Music Now“ hatte den hübschen Einfall, fünf Stipendiaten zu Wort kommen zu lassen, die weltverbrüdernd für die Idee dieser Stiftung stehen. Diese will Musik zu Menschen zu bringen, die nicht selbst zur Musik kommen können. Womit die Stiftung auch die jungen Musiker fördert, die das Heil- und Trostmittel Musik zu den Bedürftigen bringen.

Weil so die Musik zum Geschenk werden kann, begann die Gala passenderweise mit dem „Siegfried-Idyll“, dem „symphonischen Geburtstagsgruß“ des Meisters an seine Gattin Cosima, die unpraktischerweise Weihnachten Geburtstag feierte. Ans Pult des Niedersächsischen Staatsorchesters war George Alexander Albrecht zurückgekehrt, der mehr als drei Jahrzehnte hier Chef gewesen ist – und man hatte den Eindruck, dass auch die jüngeren Orchestermitglieder, die ihn nicht mehr erlebt hatten, sich besondere Mühe gaben. Die einst im Treppenhaus der Wagners uraufgeführte Musik wirkte auch in der Staatsoper. Die anschließenden Ausschnitte aus dem „Parsifal“ allerdings brachten mit ihren Klangfluten gestandene Sänger wie Robert Gambill und Albert Pesendorfer in Bedrängnis: Wagner wusste schon, warum er das Orchester für sein Bühnenweihfestspiel in den gedeckelten Bayreuther Graben verbannte, damit auf der Bühne die Erzählungen müheloser ausfallen konnten. Tenor Gambill und Bass Pesendorfer behaupteten sich wacker.

Geringfügig verhaltener geht es im „Lohengrin“ zu, dessen Vorspiel Albrecht glänzend schimmern ließ. Danach gab Kor-Jan Dusseljee als Lohengrin die Antwort auf die verhängnisvolle Frage, die Christiane Iven erst anschließend stellte. Iven hatte für Elsas Schwärmereien auch noch mädchenhafte Töne parat. Und stimmte als Zugabe Isoldes „Liebestod“ an. Am Ende gab’s hellen Beifall und Küsschen vom dirigierenden Schwiegervater. Eine gute Sache!

Der deutsch-türkische Komiker Kaya Yanar ist zweimal im ausverkauften Theater am Aegi aufgetreten. Jeweils zwei witzige Stunden lang. Sein Bühnenprogramm lebt von den Unterschieden und seltsamen Eigenarten der Völker, in dem der gute Beobachter mit Vorurteilen spielt und deutlich macht, dass eben jedes Land seine (meist amüsanten) Macken hat.

Ernst Corinth 15.11.2010

Der italienische Architekt Franco Stella sprach, auf Einladung des Bundes Deutscher Architekten beim BDA-Forum im Sprengel Museum über seine Schlosspläne und die Problematik der Rekonstruktion.

Johanna Di Blasi 13.11.2010

Die NDR Radiophilharmonie klingt unter ihrem neuen Chef ganz anders. Dirigent Eivind Gullberg Jensen und Bariton Markus Eiche haben beim ersten Abonnementkonzert der Reihe C (wie Chef­sache) die Orchesterlieder von Gustav Mahlers „Lieder eines fahrenden Gesellen“ als Miniopern präsentiert. Das Publikum war begeistert.

Rainer Wagner 13.11.2010