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Kultur Bond-Experte Tesche unterhält mit Kuriosem
Nachrichten Kultur Bond-Experte Tesche unterhält mit Kuriosem
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06:16 03.10.2012
Von Ronald Meyer-Arlt
Foto: Siegfried Tesche kennt alle Fakten zu allen Bond-Filmen.
Siegfried Tesche kennt alle Fakten zu allen Bond-Filmen. Quelle: dpa (Archivbild)
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Hannover

Die Marketingstrategen der Autofirma Aston Martin zierten sich anfangs ein wenig. Sollten sie den Filmleuten wirklich zwei ihrer Edelautos zur Verfügung stellen? Nach einigem Hin und Her haben sie sich dann dafür entschieden. 1964 war in „Goldfinger“ der erste Aston Martin zu sehen. Und das war ein Glück für die Firma. Nachdem der Film in die Kinos kam, stieg der Absatz von Aston Martins um satte 47 Prozent. Bond-Experte Siegfried Tesche kannte die Zahl auswendig - wie er überhaupt alle wichtigen und alle nicht so wichtigen Fakten zu allen Bond-Filmen parat hat. Zusammen mit der Architektin und Kunsthistorikern Petra Kissling-Koch war er im Literarischen Salon zu Gast, der sich in der Reihe „Kultur:Technik“ immer mal wieder mit Technikfragen beschäftigt. Diesmal ging’s unter dem schönen Titel „Atomgerät und Aston Martin“ um die Technik und die Architektur in den Bond-Filmen.

Das Publikum erfuhr Kurioses: dass die CIA den Nachbau der „Unterwasserstäbchen“ probiert hat, einem Bond-Gadget, das es ermöglicht, ein paar Minuten unter Wasser zu überleben. Oder dass es nur zwei Menschen auf der Welt gibt, die in der Lage sind, mit einem Raketenrucksack auf dem Rücken zu fliegen. Oder dass die Großtechnologie (Atomkraft, Raumfahrt) in den Bond-Filmen stets von den Bösewichtern genutzt wird, während der Geheimagent am Ende mit Hilfe kleiner, smarter und transportabler Technologie den Sieg davonträgt. Oder dass in den Machträumen der Bösen, in denen am Ende die entscheidende Schlacht stattfindet, die moderne Architektur meist mit dem Bösewicht verknüpft ist, während alte und klassische Räume eher dem Helden zugeordnet sind. Das wurde mit vielen - oft recht witzigen - Filmbeispielen illustriert.

Bondologe Tesche las dazu auch einige alte Filmkritiken vor. Die Kritiker reagierten in den sechziger Jahren erstaunlich sensibel auf das Abschlachten von Menschen, das in den Filmen gezeigt wurde. Heute hat man sich so daran gewöhnt, dass man diese Haltung vor allem komisch findet - auch eine Erkenntnis dieses an Erkenntnissen reichen Abends.

Der nächste Literarische Salon öffnet am Donnerstag, 4. Oktober. Dann liest Andreas Stichmann um 20 Uhr im Conti-Hochhaus aus „Das große Leuchten“.

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