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Nachrichten Kultur Erdbeerbowle und O-Beine
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20:59 16.12.2013
Der Singer-Songwriter aus der Nähe von Braunschweig hat ein erfolgreiches Jahr hinter sich. Am Sonntag war er in Hannover auf der Bühne. Quelle: Christian Behrens
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Hannover

Er singt von Erdbeerbowle und Spucke, von Polaroids im Regen, von seiner „Schönsten Zeit“. Der gleichnamige Radio-Dauerbrenner aus dem neuen Album „Kraniche“ hat Bosse einiges an Bekanntheit beschert. Und so singen wohl fast alle der rund 4000 Besucher am Sonntagabend in der Swiss-Life-Hall in Hannover laut mit, als der Singer-Songwriter aus der Nähe von Braunschweig diesen Song spielt.

Bei dem Radio-Dauerbrenner "Schönste Zeit" stehen alle Zuschauer, auch die auf den Rängen. Die ganze Halle singt laut mit. Bosses Auftritt am Sonntag ist ein voller Erfolg.

Bosse hat ein erfolgreiches Jahr hinter sich. Sein mittlerweile fünftes Album „Kraniche“ stieg auf Platz vier der deutschen Albumcharts ein, die Single-Auskopplungen „Schönste Zeit“ und „So oder So“ werden im Radio rauf und runter gespielt. Mit „So oder So“ gewann der 33-Jährige im September den Bundesvision Song Contest für Niedersachsen – das deutsche Pendant zum Eurovision Song Contest, erfunden vom Medienmultitalent Stefan Raab. Seitdem ist Bosse bekannter denn je. Das Konzert in Hannover musste dann auch wegen der starken Nachfrage vom Capitol in die Swiss-Life-Hall verlegt werden.

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„Dass das Capitol in drei Tagen ausverkauft sein würde, hätten wir uns nie vorstellen können“, sagt Bosse bescheiden und erzählt von früheren Touren. Von den vielen Nächten in billigen Formule-1-Hotels, von schlecht verkauften Alben und schlaflosen Nächten. „Nach meinem zweiten Album war ich pleite und hatte gerade eine kleine Tochter bekommen, das war eine super Kombination“, erzählt der Musiker. Und dann gäbe es immer einen Song, „der einem den Arsch rettet“, sagt Axel Bosse. Bei ihm war es das Lied „Drei Millionen“.

Das beginnt so: „Herz alle, Konto leer. Das letzte Geld Wohnungstür. Treppenhaus, Straßenlicht. Verlorengehen, bleich im Gesicht.“ Bosses Markenzeichen ist die Alltagspoesie. Er verpackt Leid und Liebe des ganz normalen Lebens in authentisch wirkende Zeilen. Damit trifft er den Zeitgeist und spricht seiner Generation aus der Seele. Vielleicht ist das sein Erfolgsgeheimnis. Bosse macht Indie-Pop-Rockmusik, tanzbar und immer auf Deutsch. Bei seinem neuen Album mischt er neben Klavier- und Gitarrenklängen auch eine Trompete und ein Akkordeon unter – Bosses Musik wird komplexer.

Es war jetzt so, als würde er sein gutes Jahr 2013 so richtig feiern wollen. Zusammen mit seinen Fans – und mit seinen Eltern, die auch in die gefüllte Swiss Life Hall gekommen waren. Schon nach dem dritten Lied ist Bosse durchgeschwitzt, er tanzt den ganzen Abend. Ihm sei klar, er werde wegen seiner O-Beine und seines Tanzstils gemobbt. „Andersherum könnt ihr aber auch mitsingen, wenn ihr schiefe Stimmen habt“, sagt er. Und dann singt wieder die ganze Halle – und Bosse hört zu und genießt.

Anne Grüneberg

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