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Kultur Bradley Cooper ist „Der Dieb der Worte“
Nachrichten Kultur Bradley Cooper ist „Der Dieb der Worte“
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14:54 05.06.2013
Foto: Schriftsteller in der Krise: Rory Jansen (Bradley Cooper) findet Trost bei seiner Frau Dora (Zoe Saldana).
Schriftsteller in der Krise: Rory Jansen (Bradley Cooper) findet Trost bei seiner Frau Dora (Zoe Saldana). Quelle: Wild Bunch
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Berlin

Balladen vom Wert der Ehrlichkeit gibt es bereits viele in der Geschichte des Kinos. Mit ihrem Regiedebüt fügen die zwei bisher als Autoren bekannten US-Amerikaner Brian Klugman und Lee Sternthal der Diskussion zum Thema nun einen überaus originellen Beitrag hinzu. Der erkundet auf pointierte Weise nicht nur das Wechselspiel von Lüge und Wahrheit, sondern auch das von Kunst und Leben.

Im Zentrum der wie ein Puzzle aufgebauten Story steht Rory Jansen (Bradley Cooper). So selig er sich in der Liebe mit Dora (Zoe Saldana) sonnt, so schattenreich ist sein Berufsleben. Rory sucht Erfolg als Schriftsteller und findet ihn nicht. Dann aber entdeckt er eines Tages ein verstecktes Manuskript unbekannter Herkunft. Der junge Mann lässt sich dazu verleiten, den Roman als eigenen auszugeben.

Kritik und Publikum feiern das angeblich überragende Talent. Manche Schönheit, etwa die verführerische Daniella (Olivia Wilde), macht dem neuen Stern am Literaturhimmel eindeutig zweideutige Avancen. Rory schwelgt in Ruhm und Geld und Zuneigung. Doch das schlechte Gewissen zwackt ihn schnell. Der Film bestätigt damit auf sehr unterhaltsame Art und Weise Bekanntes: Diebstahl, sei es auch „nur“ geistiger, zahlt sich nicht aus.

Für Rory kommt es hart: Ein alter Mann (Jeremy Irons) spricht ihn an und gibt sich als Autor des Buches zu erkennen. Der Betrüger schämt sich vor sich selbst. Dora ist entsetzt. Das Leben des Paares wird von der Lüge vergiftet. Davon berichtet Schriftsteller Clay Hammond (Dennis Quaid) auf vielschichtige Weise. Er nämlich hat sich die Erzählung von Rory und den anderen ausgedacht und gerät damit selbst in einen gefahrenreichen Strudel von Liebe, Leidenschaft und Lügen.

Die Story erinnert ein wenig an die deutsch-schweizer Romanverfilmung „Lila, Lila“ mit Daniel Brühl aus dem Jahr 2009. Doch Brian Klugman und Lee Sternthal haben bereits im Jahr 2000 mit der Arbeit an ihrem Film begonnen. Sie können also, zumal das Buch von Martin Suter erst 2004 erschienen ist, schwerlich des Ideenklaus bezichtigt werden. Ein Thema, das die Beiden in ihrem rasanten Debüt übrigens vor allem als Anlass dafür nehmen, über die wahren Werte des menschlichen Miteinanders nachzudenken.

Das tun sie mit sehr viel skurrilem Charme, stilistischer Originalität und wunderbaren Schauspielern. Sie sind es insbesondere, die das Publikum sicher durch die verschiedenen Erzähl- und Zeitebenen zwischen Gestern und Heute, Fiktion und Realität geleiten. Allen voran sorgen die Alt-Stars Dennis Quaid und Jeremy Irons mit differenzierten Charakterbildern für Spannung. Und sie schenken der mitunter doch arg konstruierten Geschichte eine starke Emotionalität. Vor allem die Akteure also lohnen den Kinobesuch.

dpa

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