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19:45 19.12.2017
Stefan Zweig Quelle: Foto: dpa
Berlin

 Der österreichische Schriftsteller Stefan Zweig ist rund 75 Jahre nach seinem Tod posthum mit der höchsten Auszeichnung für Ausländer in Brasilien geehrt worden. Wie die Casa Stefan Zweig mitteilt, wurde der österreichischen Botschafterin Irene Giner-Reichl am Montag stellvertretend der Orden „Cruzeiro do Sul“ von dem brasilianischen Außenminister Aloysio Nunes überreicht. Der „Ordem Nacional do Cruzeiro do Sul“ war 1822 vom brasilianischen Kaiser Dom Pedro I. mit dem Namen „Ordem Imperial do Cruzeiro“ eingeführt worden.

 Im Laufe der Zeit erhielten ihn Könige, Präsidenten und Politiker. Ordensträger sind unter anderen die britische Queen Elizabeth II, der amerikanische Präsident Dwight D. Eisenhower oder auch Che Guevara. Ein hochrangig besetzter Ausschuss mit Regierungsvertretern bestimmt die Preisträger. Zweig war vor den Nationalsozialisten nach Brasilien geflüchtet und schrieb dort unter anderem seine weltberühmte „Schachnovelle“. Zweig und seine Frau lebten bei Rio de Janeiro, in Petrópolis

Verlust des alten Lebens

 In dem an einem Berghang gelegenen Haus wurde im Jahr 2012 ein kleines Museum und eine Gedenkstätte des Exils eingerichtet, „deren Hauptziel es ist, das humanistische und pazifistische Gedankengut des österreichischen Schriftstellers, sein Werk und sein Leben, unter der jungen Generation bekannt zu machen“, wie die Leiterin der Casa Zweig, Kristina Michahelles, betont. In der Nacht vom 22. auf den 23. Februar 1942 nahmen sich hier Stefan Zweig und seine Frau Lotte das Leben, sie vergifteten sich mit einer Überdosis Schmerzmitteln.

 Als ein Grund gilt auch der Verlust des alten Lebens und der weltweite Vormarsch der Nazis. Zweig war seit den Zwanzigerjahren zu einem der meistgelesenen deutschsprachigen Autoren geworden. Der Novellenband „Amok“ bedeutete den Durchbruch. Bekannt wurde Zweig aber auch durch die vielen Porträts, die er mit größter Akribie und psychologischer Tiefe zu spannenden Zeitmosaiken fügte, etwa über Balzac, Dickens, Dostojewski und Marie Antoinette

 

Von Georg Ismar

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