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Kultur Brigitta Muntendorf bei Kunstfestspielen
Nachrichten Kultur Brigitta Muntendorf bei Kunstfestspielen
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00:26 25.05.2018
Das Pianoduo Andreas Grau / Götz Schumacher in der Orangerie Herrenhausen. Quelle: Foto: Krückeberg
Hannover

Diese Musik will raus. Mit Gewalt rüttelt sie an den Gitterstäben des Käfigs, der eine herkömmliche Aufführung für sie bedeuten muss. Denn die 1982 in Hamburg geborenen Komponistin Brigitta Muntendorf schreibt nicht einfach nur Noten. Ihre „Trilogie für zwei Flügel“ etwa überschreitet Grenzen hin zur Performance und fügt den mechanisch am Flügel (oder am Klavierhocker oder in der Kehle oder am Körper der Pianisten) erzeugten Klängen vorproduzierte und live aufgenommene elektronische Sounds hinzu, die sich gegenseitig verstärken, überlagern, verdrängen. Manchmal verdichtet sich alles zu einem großen rhythmischen Energiefeld. Dann wieder verebbt die Flut der Klangreize bis kurz vor die Stille.

Es ist eine neuartige, ungewöhnlich raumgreifende und plastische Musik, die die Kunstfestspiele hier als Erstaufführung in der Orangerie präsentieren: Das mittlere Stück der gut dreiviertelstündigen Trilogie war ein Auftragswerk des Festivals. Die Aufführung fordert die Hörer – und ist für die Interpreten eine Tour de Force: Andreas Grau und Götz Schumacher müssen nicht nur ihren Flügeln alle möglichen Laute abringen, sie hantieren im äußerst engen Zeitplan der Partitur auch mit Gummihämmern, kleinen Elektropianos und diversen Mikrofonen.

Die Uraufführung war dabei nicht die einzige Aufgabe für das renommierte Pianoduo. Auf dem Programm des über dreistündigen Abends standen auch die beiden Jubilare des Musikjahres: Bernd Alois Zimmermann, der 2018 100 Jahre geworden wäre, und der 1918 gestorbene Claude Debussy. Dass die beiden Pianisten die Werke des Franzosen auswendig spielten, machte auch sichtbar, wie sehr sie seine Musik durchdrungen haben: So klar strukturiert, so dezent und doch raffiniert orchestriert klingt Debussy längst nicht immer. Ins Volle greifen konnte das Duo dann bei Zimmermann, dessen Musik bei ihnen sehr kraftvoll und logisch tönte. Ein anstrengender, ungewöhnlicher, großer Konzertabend.

Von Stefan Arndt

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