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Kultur Christina Végh will alte Formate infrage stellen
Nachrichten Kultur Christina Végh will alte Formate infrage stellen
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20:39 14.04.2015
Von Daniel Alexander Schacht
Die neue Direktorin Christina Végh will die Kestnergesellschaft „in eine neue Etappe“ führen.
Die neue Direktorin Christina Végh will die Kestnergesellschaft „in eine neue Etappe“ führen. Quelle: Archiv
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Hannover

Experimentierfreudig war die in der Tradition der Avantgarde stehende Kestnergesellschaft schon immer. Um Erkenntnisse ging es da stets. Und Neugier zählt zu den Kardinaltugenden dieses Kunstvereins. Doch mit ihrer neuen Direktorin Christina Végh könnte die Kestnergesellschaft noch experimentierfreudiger, neugieriger, wissensorientierter werden. Das lassen die Pläne vermuten, die die 1970 in Zürich geborene und zuletzt als Chefin des Bonner Kunstvereins tätige Kunsthistorikerin am Dienstag den Mitgliedern der Kestnergesellschaft präsentiert hat.

Die neue Direktorin kündigte an, die Kestnergesellschaft „in eine neue Etappe“ zu führen und dabei genauer nach der Rolle eines Ausstellungshauses im Zeitalter von Digitalisierung und Globalisierung zu fragen. Sie verstehe Ausstellungen als Bausteine für fortgesetzte Erkenntnisprozesse, sagte Christina Végh.  Außerdem wolle sie Impulse für einen Dialog zwischen verschiedenen Künstlergenerationen setzen. Dabei könne das Format „Ausstellung“ ebenso wie bisherige Formen der Kunstvermittlung durchaus infrage gestellt werden. „Experimentieren sollten wir auch mit der Elastizität unserer Institutionen.“

Rita McBride-Retrospektive im Herbst

Végh beeindruckte die Mitglieder der Kestnergesellschaft damit, nicht nur den Rest des Jahres 2015, sondern auch das Jahr 2016,  in dem die Kestnergesellschaft ihr hundertjähriges Bestehen feiert, schon recht weit geplant zu haben. Als erste von ihr kuratierte Ausstellung soll es im Herbst 2015 eine Retrospektive der für ihre riesigen Installationen bekannten US-Künstlerin Rita McBride geben.

Anfang 2016 will Végh das als Tausendsassa gefeierte Schweizer Multitalent Tobias Madison zeigen, später die deutsche Malerin Monika Baer und die amerikanische Malerin Rochelle Feinstein und im Winter 2016/17 dann die digitalen Sound- und Bildwelten des für den Turner-Preis nominierten Briten James Richards.

Kunstprominenz, ein junger und etliche etablierte Künstler, Installationen, nichtgegenständliche und figurative Malerei ist also das Ausstellungsspektrum der Kestnergesellschaft in den nächsten anderthalb Jahren.

Ein ausführliches Interview mit Christina Végh lesen Sie am Donnerstag in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung und am Mittwochabend hier auf HAZ.de.

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