Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur Colin Farrell geht im Thriller „Dead Man Down“ auf Rachefeldzug
Nachrichten Kultur Colin Farrell geht im Thriller „Dead Man Down“ auf Rachefeldzug
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:33 06.04.2013
Beatrice (Noomi Rapace) und Victor (Colin Farrell) sinnen auf Rache. Quelle: Wild Bunch
Anzeige
Los Angeles

Mit der Verfilmung von „Verblendung“ aus Stieg Larssons „Millenium“-Trilogie machte sich der Däne Niels Arden Oplev international einen Namen. Auch Hollywood wurde auf ihn aufmerksam, dem Regisseur standen dort viele Türen offen. Tatsächlich drehte der Däne nun seine erste große US-Produktion – den Thriller „Dead Man Down“. Der hat vielversprechende Zutaten: Neben Regisseur Niels Arden Oplev ist der schwedische Star Noomi Rapace als Hauptdarstellerin dabei. Als Punkerin Lisbeth Salander triumphierte sie in „Verblendung“ in einer Männerwelt voller Korruption, Brutalität und Intrigen. Den männlichen Part übernimmt der irische Schauspieler Colin Farrell, der schon zuvor in Krimis wie „7 Psychos“ und „Nicht auflegen!“ überzeugte.

Kulisse für „Dead Man Down“ ist die New Yorker Unterwelt mit rivalisierenden Gangsterbossen und Killern aus Jamaika, Albanien und Ungarn. Doch schon nach wenigen Minuten mit explosiven Showdowns und zig Leichen ist jedem klar: Hier ballert Hollywood um sich. Von subtiler skandinavischer Spannung bleibt wenig übrig, aber gerade noch genug, dass man bis zum Ende durchhält. Farrell und Rapace zuliebe, die in Oplevs schräger Mischung von Thriller, Actionmovie und Romanze dennoch sehenswert sind.

Anzeige

„Dead Man Down“ ist eine Story über sadistische Rache mit absurden Drehungen und Wendungen: Farrell ist Victor, ein treuer Vertrauter von Unterweltboss Alphonse (Terrence Howard), der von einem mysteriösen Killer bedroht wird. Der Unbekannte stellt rätselhafte Fotoschnipsel, Zettel mit Drohungen und auch die auf Eis gepackte Leiche eines Kumpels von Alphonse zu.

Nur der Zuschauer ahnt, dass der nervös und verloren wirkende Victor ein doppeltes Spiel treibt. Er selbst ist das Opfer eines brutalen Verbrechens. Aus Rache hetzt er nach einem ausgefeilten Plan die rivalisierenden Gangs gegeneinander auf. Eine Romanze passt dem Mann mit der zutiefst verletzten Seele überhaupt nicht in den Kram. Doch dann tritt die rätselhafte Französin Beatrice (Rapace) in sein Leben.

Ihre erste Begegnung ist stumm, durch die Fenster ihrer gegenüberliegenden Hochhauswohnungen. Dort lebt die junge Frau mit ihrer Mutter (Isabelle Huppert). Nach einem Autounfall, an dem ein betrunkener Taxifahrer Schuld hatte, ist ihr Gesicht von Narben übersät. Ihr erstes Date nimmt ein unerwartetes Ende. Genau wie Victor sinnt sie nach Rache für ihr zerstörtes Leben. Und der Nachbar, den sie eiskalt erpresst, soll ihr dabei helfen.

Beide sind zerbrechlich, verletzt und suchen Vergeltung. Das bietet reichlich Stoff für einen spannenden Psychothriller. Doch Oplevs Krimi mit seinen überdrehten Actionszenen stürzt immer wieder in Absurditäten und sadistische Brutalität ab. Frankreichs Star Isabelle Huppert kommt in der Rolle von Beatrices tauber Mutter kaum zur Geltung. Auch Oscar-Preisträger F. Murray Abraham („Amadeus“) hat als Victors Vater eine verschenkte Nebenrolle.

Beim Finale zieht Oplev alle „Terminator“-Register: Eigenhändig macht Victor die Bösewichte platt. Die Handschrift von Produzent Neal Moritz ist dabei offensichtlich – Hollywoods Actionmann stand zuvor hinter Filmen wie „Total Recall“ und der Reihe „The Fast and the Furious“. Allerdings verpufft bei dem Schluss von „Dead Man Down“ dann auch der letzte Funken Glaubwürdigkeit in lauten Explosionen.

dpa

Mehr zum Thema

Ob Actionkracher, Liebeskomödie oder Arthouseproduktion – Hannovers Kinolandschaft bietet für jeden Filmgeschmack etwas. Hier finden Sie eine Übersicht aller Kinos der Stadt, damit Sie nie wieder im falschen Film landen.

Colin Farrell spielt in diesem düsteren Science-Fiction-Szenario einen Mann ohne Vergangenheit, der gegen seine Unterdrücker aufbegehrt. Len Wisemans Neuauflage von „Total Recall“ überzeugt mit Action und Humor. Der Film ist am 23. August im Kino gestartet.

23.08.2012

Ridley Scott kehrt zurück zu seinen Anfängen: 1979 gelang ihm mit dem ersten „Alien“-Kinofilm der Durchbruch als Regisseur, nun erzählt er in „Prometheus – Dunkle Zeichen“ von der Geburt der Monster. Was nach purem Kommerz klingt, ist großes Kino. Der Film ist am 9. August gestartet.

10.08.2012
06.04.2013
Stefan Arndt 05.04.2013
Kultur Klassiker von Saint-Exupéry - „Der kleine Prinz“ wird auch schon 70
05.04.2013