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Kultur Paul Panzer sucht das Glück in der Swiss Life Hall
Nachrichten Kultur Paul Panzer sucht das Glück in der Swiss Life Hall
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00:22 15.05.2018
Paul Panzer mit seinem neuen Programm in der Swiss-Life-Hall. Quelle: Michael Wallmueller
Hannover

 Einfach ist sie, die Welt des Mannes mit geblümtem Hemd, dicker Brille und aufgesetztem Sprachfehler: Paul Panzer. Oder auch Pantscher, wie er selbst sagt. Natürlich darf das Markenzeichen an diesem Abend nicht fehlen. Panzer lispelt und spuckt, wo er kann, stolpert über S-Laute in Worten, die eigentlich gar keine S-Laute enthalten. Er sagt Dinge wie Alksohol, Schmatzphone statt Smartphone und Schopsing statt Shopping. Den 2300 Zuschauern gefällt das.

Paul Panzer tritt mit seinem Programm „Glücksritter – vom Pech verfolgt“ in der Swiss-Life-Hall auf.

In der Swiss-Life-Hall präsentiert Panzer, der mit bürgerlichem Namen Dieter Tappert heißt, sein neues Programm „Glücksritter – vom Pech verfolgt“. Das Bühnenbild zeigt entsprechend eine mittelalterliche Kulisse: Panzer bewegt sich zwischen altem Gemäuer, schaut dann und wann zu einer mehrere Meter hohen Statue seiner selbst mit Schwert und Kutte empor.

Ähnlich altertümlich muten auch die Themen des Comedians an. Frauen lieben Shoppen, können nicht einparken und reden viel. Männer sind einfacher gestrickt, mögen keine Musicals, dafür aber Werkzeug und Fleisch. Ersetzt man den anstrengenden Sprachfehler durch ein nerviges „Kennste, kennste?“, käme Mario Barth dabei raus.

Eines muss man Panzer im Vergleich zu Barth allerdings lassen: Auch wenn sie einen Großteil des Programms einnimmt, macht er sich doch nicht nur über seine fiktive Frau Hilde lustig. Auch Sohn Bolle kommt nicht gut weg. Die Jugend von heute, nur noch faul. Und sowieso: Früher war alles besser. Ohne Schmatzphone. Das Publikum grölt. Kurz vorm Finale äfft Panzer noch einen Schwulen nach, dann hat er sich endlich an allen Gruppen abgearbeitet, die in dieser Show als Opfer herhalten müssen. Ausländer oder Transsexuelle? Vielleicht beim nächsten Mal.

Diese Aneinanderreihung von Stereotypen mit platten Pointen und Flachwitzen, mit denen er Fips Asmussen Konkurrenz macht („Wie nennt man einen kleinen Türsteher? Sicherheitshalber.“), all das wird nur lose vom eigentlichen Thema des Programms zusammengehalten: Glück. Fast schon philosophisch fragt Panzer zu Beginn: „Was ist Glück?“ Er gibt verschiedene Antworten: Familie, Essen, Hobbys. Doch jede Antwort dient nur dazu, die nächste klischeehafte Geschichte zu erzählen.

Und was ist nun Glück? Paul Panzer verrät es seinem Publikum nicht. Das macht sich dennoch sichtlich zufrieden auf den Heimweg.

Eine Zusatzshow des neuen Programms präsentiert Paul Panzer am 1. Februar 2019 in der Swiss Life Hall. Karten kosten 37,60 Euro und sind erhältlich in allen HAZ-Ticketshops.

Von Johanna Stein

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