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Kultur Der nette Herr Panda
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00:23 29.11.2014
Von Uwe Janssen
Der Mann mit dem halben Pandakopf: Cro. Quelle: Nico Herzog
Hannover

„Ist irgendjemand da, der uns länger als ein Jahr kennt? Oder sogar zwei?“ Gute Frage. Und: Seltene Frage. Zumindest, wenn man Popstar ist. Aber Cro ist ja nicht nur das. Er ist auch Shooting Star, generationenübergreifendes Unterhaltungsphänomen und, solange Batman nicht singt, erfolgreichster Tiermaskenträger im Musikgeschäft. Der Mann mit dem halben Pandakopf.
 
Er spielt jetzt in der TUI Arena. Weil auch die Swiss Life Hall zu klein geworden ist. 8000 Menschen. Kinder, Jugendliche, Mütter, Väter, Opas, Omas. Noch vor kurzem hat er auf Bühnen gerappt, die kleiner waren als die Leinwände, die ihn jetzt in Übergröße bis in die hintersten Ecken erkennbar machen.

Alles „easy“! Cro spielt in der Tui-Arena.

Die Bühne ist viel zu groß für ihn und seine Band, eigentlich die ganze Halle, denn er sucht ständig den Kontakt zum Publikum, aber das sitzt teilweise 100 Pandalängen entfernt im Rang. Der 24-jährige Schwabe tut, was er kann. Anfeuern zum Mitsingen, Arme achwenken, Handys hochhalten,  „Wie geht's euch?“, „Kommt! Alle!“, all das. Oft besucht er die ersten Reihe, in der allein mehr Fans stehen als früher insgesamt auf seinen Konzerten.
 
Und wenn Jenny gewusst hätte, wie das ist, in 8000 mindestens erwartungsvolle, vielleicht aber auch neidische Augenpaare zu gucken, dann hätte sie vielleicht auch einen Ton herausbekommen. Sie hatte sich doch so energisch gemeldet, um den Song „Du“ zu singen! Aber es kommt irgendwie nichts. Vielleicht auch, weil Cro ihr einfach ein Mikrofon in die Hand drückt und sie dann mal machen lässt. Aber weil er ein wirklich netter Mensch ist, erlöst der Herr Popstar die junge Dame dann auch schnell, paar lockere Worte, alles easy. Nett ist er, viel zu nett, um sein Gesicht zu verbergen. Vielleicht ist das ja das Geheimnis.
 
Cro hat – wie auch Casper – den deutschen Hip-Hop aus der Bösegucker-Ecke herausgeführt, dahin, wo die Fantastischen Vier und Freundeskreis ihn vor mehr als 20 Jahren etabliert haben. Gute Laune, gute Texte, gemeinsam feiern. Mittelstandsrap. Mit gesungenen Poprefrains. Kann man doof finden. Künstliche Gettoromantik aber auch.
 
Cro ist mehr Entertainer als Joe Cool. Wäre "Wetten, dass" noch da, könnte er wahrscheinlich „Wetten, dass“ moderieren. „Ihr wollt 'n Foto machen? Los, kommt hoch.“ Selfie mit Cro. Manchmal ist eine Minute Still im großen Saal, weil Cro auf der Bühne in aller Ruhe und Sorgfalt Fotos mit Fans macht. Dann singt wieder der hallenweite Chor Refrains mit: „Bad Chick“, „Whatever“, „Rockstar“. Zwischendurch gibt es ein kleines Intermezzo auf einer Hydraulikbühne mitten im Saal. Es ist der größte Showeffekt des Abends. Neben einer Konfettikanone, für den ihn die Gangstarapper hassen dürften. Bei der nächsten Tour muss vielleicht doch ein bisschen größer gedacht werden.
 
Nach zwei netten Stunden mit netten Künstlern, netten Fans und den beiden größten und eifrig bekreischten Hits „Easy“ und „Traum“ am Ende ist Feierabend. Familienfreundlich. Es müssen Kinder ins Bett und morgen zur Schule. An was man als Popstar heute nicht alles denken muss.

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