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Kultur Das Jerusalem Chamber Music Festival im Beethovensaal
Nachrichten Kultur Das Jerusalem Chamber Music Festival im Beethovensaal
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14:53 16.04.2010
Von Stefan Arndt
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Eigentlich ist es ja fast unmöglich, diese Musiker gleichzeitig auf einer Bühne zu erleben. Sie spielen in den besten Orchestern in Berlin, München oder Paris und können es sich erlauben, ihre Gastauftritte nur bei handverlesenen Festivals zu absolvieren. Doch eines davon ist das von der russischen Pianistin Elena Bashkirova initiierte Jerusalem Chamber Music Festival – und das erfreut nicht nur das Publikum in Israel, sondern gibt auch Gastspiele in aller Welt. Auf diese Weise hat nun auch die altehrwürdige Konzertreihe der Kammermusik-Gemeinde Hannover den Schwung des musikalischen Ausnahmezustands bekommen: Mit Bashkirova und einem internationalen Bläserquartett wurde das Podium im Beethovensaal zur großen Festspielbühne.

Bevor das Ensemble die Quintette für Klavier und Bläser von Beethoven und Mozart zelebrierte, hatte der agile Klarinettist Pascal Moraguè noch zwei zusätzliche Auftritte zu absolvieren. Gemeinsam mit Bashkirova und dem Bratscher Amihai Grosz verlieh er Mozarts „Kegelstatt-Trio“ und vor allem Schumanns „Märchenerzählungen“ Wärme und Weite. Auch der Oboist Ramón Ortega spielte Schumanns „Romanzen“ bestechend musikalisch – hatte aber hin und wieder mit den Tücken seines manchmal unberechenbaren Instruments zu kämpfen. Umso souveräner tönten dann die Bläser (zu denen noch Hornist Bruno Schneider und der selbst an unauffälliger Position auffällige Fagottist Mor Biron gehörten) bei den Quintetten. Und während das von Beethoven noch durch das etwas unkonzentrierte Klavierspiel Bashkirovas geprägt war, geriet das zweite Quintett makellos. Dem Mozartglück folgte trotz des großen Beifalls keine Zugabe: Schöner kann Musik ohnehin nicht sein.

Die neue Saison der Kammermusik-Gemeinden beginnt am 31. Oktober: Ulf Schneider und Stephan Imorde spielen Schumann, Sophie von Kessel und Stefan Hunstein lesen aus Briefen des Komponisten, Kartentelefon: (05 11) 32 35 81.

16.04.2010
Dirk Schmaler 16.04.2010