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Kultur Das Wilhelm-Busch-Museum bekommt ein neues Logo
Nachrichten Kultur Das Wilhelm-Busch-Museum bekommt ein neues Logo
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08:00 12.06.2010
Von Simon Benne
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Busch zieht nicht genug Publikum“, sagt Museumsdirektor Hans Joachim ­Neyer mit hörbarem Bedauern. „Ich habe mich immer als frommer Busch-Jünger gezeigt – doch der Name hat international keinen Klang, Busch ist einfach zu unbekannt.“ Da das Haus im Georgengarten aber nun einmal Kontakte in alle Welt pflege, firmiert das bisherige „Wilhelm-Busch-Museum Hannover“ neuerdings als „Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst Wilhelm Busch“. Das Haus hatte sich schon 1986 den sperrigen Namenszusatz „Deutsches Museum für Karikatur und kritische Grafik“ gegeben, den sich niemand so recht merken konnte. Jetzt wandert dieser etwas modifiziert nach vorne. Und Busch wird zum Anhängsel.

Dabei stand das Haus beileibe nicht in Gefahr, zum Tempel eines Heimatmalers oder zur Weihestätte niedersächsischer Stammesart zu erstarren: In den vergangenen Jahren hat es Nachlässe von Volker Kriegel oder F.  K. ­Waechter erworben und oft genug gezeigt, dass man sich gar nicht „Deutsches Museum für Karikatur“ nennen müsste, um eben dieses zu sein. Das Museum selbst hat eine Busch-Renaissance ausgelöst: Gleich mehrere Ausstellungen zum 175. Geburtstag Buschs 2007 und zum 100. Todestag im Jahr darauf entdeckten den schwarzen Humor des Meisters neu. Sie feierten den „Vater des Comics“, den „populären Klassiker“ – und der Namens­patron bescherte seinem Museum teils ein sattes Besucherplus.

Mit der Umbenennung stellt sich das Museum gleich gegen zwei allgegenwärtige Trends: Erstens entdecken viele Institutionen derzeit, dass Köpfe Gesicht haben. Man personalisiert. Und dabei setzt man zweitens gerne auf lokale Identität. Hannover hat Leibniz posthum als Schutz­patron verpflichtet. Lübeck hat Thomas Mann. Liverpool die Beatles. Das bisherige Wilhelm-Busch-Museum hatte bisher Wilhelm Busch. Dessen Konterfei zierte auch die Briefbögen der Wilhelm-Busch-Gesellschaft. Das gleichfalls neue Museumslogo (links), entworfen von Sebastian Peetz, zeigt eine Art Schraffur mit Henkel und verweist laut Neyer auf „den Strich als Ausgangspunkt jeder Zeichnung“.

Wilhelm Busch – ein solcher Name ist wie eine Marke. Eine regionale Marke, die überregional noch nicht bekannt ist, kann man besonders pflegen. Oder man kann sie aufgeben, wie Brauereien gelegentlich vorexerzieren. Ganz so weit will der Direktor des „Deutschen Museums für Karikatur und Zeichenkunst“ es aber doch nicht kommen lassen: „Wenn man in Hannover weiter ,Busch-Museum‘ zu uns sagt“, meint Neyer, „ist das auch in Ordnung.“