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Kultur Das neue Album "Die Gunst der Stunde"
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16:16 21.01.2011
Von Uwe Janssen
Heinz Rudolf Kunze Quelle: Martin Huch
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Heinz Rudolf Kunze, der so poetisch poltern, so leise lästern und so klug kontern konnte, gibt es nur noch als Autor in bestuhlten Lesungen. Als Musiker ist dieser Kunze Geschichte. Wenn es noch eines Beweises bedurfte – sein neues Album „Die Gunst der Stunde“, das heute erscheint, beseitigt die letzten Zweifel. Der neue Kunze mimt gern den harten Rocker, singt aber ganz weiche Liebeslieder.

Das hatte sich schon angedeutet mit den Vorgänger-CDs „Klare Verhältnisse“ (2007) und „Protest“ (2009), bei denen sich das Kämpferische mit den Alben­titeln auch schon mehr oder weniger erschöpft hatte. Der Vorbote zum neuen Werk ließ den Fan des frühen Kunze dann ratlos zurück: „Hunderttausend Rosen“ säuselte der Sänger. Früher hätte allein schon das Wort Rosen als zwingende Vorlage für Persiflage oder ironische Brechung gereicht. Und heute – null Brechung. Ganz im Gegenteil: „Blüten soll es regnen, und ich will dir begegnen, unter einem roten Himmelszelt.“ Da freut sich auch das Internetportal Schlager-Life.de über „wunderschöne Texte, tolle Melodien und viele unterschiedliche Eindrücke“. Und der Freund wohlformulierter Bosheiten versteht die Kunze-Welt nicht mehr, in der für Kadaversterne und schweren Mut kein Platz mehr ist, weil dauernd die Sonne scheint und überall Herzen durch die Luft fliegen. Und das ist nicht „alles gelogen“, sondern geht „alles ganz von selbst“.

Wenn Kunze dann zwischen Songs wie „Ich liebe dich“, „Trockne deine Tränen“ oder „Eisfrei“ mal zu altem Sarkasmus findet, hapert’s an anderer Stelle: „Ich glaub’ du liebst mich“, eine feine Satire auf abgehobenes Stargetue, steckt in einer musikalisch blutleeren Anbiederei an „Brown Sugar“ von den Stones und klingt – vermutlich unfreiwillig – nach Kollege Westernhagen. Einzig bei den Liedern „In der Mitte der Sanduhr“ und „Der stille Gast“ über das Älterwerden und den Tod haben Musik und Text die alte Kraft. Da rückt man heran an diesen Mann und lässt sich von subtilen, klugen Sätzen in die eigenen Gedanken entführen. Während man von dem Überangebot an Liebeserklärungen auf „Die Gunst der Stunde“ irgendwann einfach nicht mehr behelligt werden möchte. Die kommende Tour wird zeigen, ob sich mit Kunze auch sein Publikum ändert. Am 7. April ist er im hannoverschen Capitol zu Gast.

Und vorher im hannoverschen Rathaus. Anfang Februar gibt der Oberbürgermeister der Stadt einen Empfang anlässlich des 30-jährigen Bühnenjubiläums des Musikers. Hoffentlich nicht unter einem roten Himmelszelt.

Heinz Rudolf Kunze: „Die Gunst der Stunde“ (Ariola)

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