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15:43 23.03.2013
Foto: 2011 erhielt Tom Tykwer den Deutschen Filmpreis für seine Regieleistung in „Drei“. Jetzt könnte er die „Lola“ für „Cloud Atlas“ gewinnen.
2011 erhielt Tom Tykwer den Deutschen Filmpreis für seine Regieleistung in „Drei“. Jetzt könnte er die „Lola“ für „Cloud Atlas“ gewinnen. Quelle: dpa
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Berlin

Tom Tykwers Drama „Cloud Atlas“ ist mit neun Nominierungen der große Favorit für den Deutschen Filmpreis 2013. Mit insgesamt acht Nominierungen ist ihm Jan Ole Gerster mit seinem Berlin-Film „Oh Boy“ aber ganz dicht auf den Fersen. Chancen auf die begehrte Lola-Trophäe hat mit sechs Nominierungen auch Margarete von Trottas Filmbiografie „Hannah Arendt“. Das gaben am Freitag Kulturstaatsminister Bernd Neumann und die Präsidentin der Deutschen Filmakademie, Iris Berben, in Berlin bekannt.

Sechs Filme bewerben sich um den Hauptpreis für den besten Spielfilm: Neben „Cloud Atlas“, „Oh Boy“ und „Hannah Arendt“ ist in dieser Sparte auch Oskar Roehlers Familiensaga „Quellen des Lebens“ nominiert. Weitere Nominierungen gingen an Julian Roman Pölslers Roman-Verfilmung „Die Wand“ und Cate Shortlands „Lore“ über die Tochter eines Nazis.

Die Regisseure Tom Tykwer, Lana und Andy Wachowski bringen mit der Verfilmung des Weltbestsellers „Der Wolkenatlas" die teuerste deutsche Produktion aller Zeiten auf die Leinwand.

Keine Nominierung bekam der auf der Vorauswahlliste noch genannte Film „Schlussmacher“ von Publikumsliebling Matthias Schweighöfer. Und auch Til Schweigers „Schutzengel“ schaffte es nicht in die Endauswahl.

Tykwer („Lola rennt“, „Das Parfum“) realisierte „Cloud Atlas“, den mit 100 Millionen Dollar Produktionskosten teuersten deutschen Film der Geschichte, gemeinsam mit den US-Regisseuren Lana und Andy Wachowski („Matrix“-Trilogie). Ihre Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von David Mitchell über Liebe, Tod und Wiedergeburt sprengt ästhetisch und erzählerisch die Grenzen. In dem 172 Minuten langen Filmepos spielen Hollywoodstars wie Tom Hanks, Halle Berry und Susan Sarandon mit.

Ganz anders der Filmpreis-Konkurrent „Oh Boy“: Regisseur Gerster erzählt in seinem in Schwarz-Weiß gedrehten Spielfilmdebüt eine kleine, melancholische Geschichte. Tom Schilling - als bester Hauptdarsteller nominiert - spielt einen jungen Studienabbrecher, der sich durch die Stadt Berlin treiben lässt.

Schilling ist in der Kategorie Bester Schauspieler gemeinsam mit Sabin Tambrea („Ludwig II.“) und Edin Hasanovic („Schuld sind immer die anderen“) im Rennen. Zwei weitere „Oh Boy“-Schauspieler sind als Nebendarsteller nominiert: Friederike Kempter und Michael Gwisdek.

In der deutschen Tragikomödie „Oh Boy“ übernimmt Tom Schilling die Hauptrolle.

In der Kategorie beste weibliche Hauptdarstellerin haben drei Schauspielerinnen Lola-Chancen: Martina Gedeck für ihre Rolle in der Verfilmung des Romans „Die Wand“ von Marlen Haushofer, Birgit Minichmayr für ihre Leistung in dem Fahrerflucht-Drama „Gnade“ und Barbara Sukowa für die Titelrolle von „Hannah Arendt“.

Als beste Kinderfilme gehen „Das Haus der Krokodile“ von Cyrill Boss und Philipp Stennert sowie „Kaddisch für einen Freund“ von Leo Khasin an den Start. Drei Filme sind in der Sparte bester Dokumentarfilm in der Konkurrenz: „Vergiss mein nicht“ von David Sieveking, „Die Wohnung“ von Arnon Goldfinger und „More Than Honey“ von Markus Imhoof.

Der Deutsche Filmpreis ist mit insgesamt knapp drei Millionen Euro Preisgeldern der höchstdotierte deutsche Kulturpreis. Die Filmpreisgala ist am 26. April im Berliner Friedrichstadt-Palast. Ein Gewinner steht bereits fest: Regisseur Werner Herzog („Aguirre - Der Zorn Gottes“, „Fitzcarraldo“) wird für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

dpa

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Es ist der teuerste deutsche Film, den es bislang gab. Mit „Cloud Atlas“ bringen Tom Tykwer und die „Matrix“-Macher Lana und Andy Wachowski ein monumentales Epos über den Sinn des Lebens auf die Leinwand – ohne Angst vor Pathos. Der Film ist am 15. November im Kino gestartet.

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