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Kultur Eine kurzweilige Hommage an Italien
Nachrichten Kultur Eine kurzweilige Hommage an Italien
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00:19 14.05.2014
Wenn Garrett geigt, begeistert er: Auch die Zuschauer im Kuppelsaal.
Wenn Garrett geigt, begeistert er: Auch die Zuschauer im Kuppelsaal. Quelle: Dröse
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Hannover

Musikalisch muss er sich nicht mehr beweisen, er gehört mit Sicherheit zu den besten Geigern dieser Zeit. Trotzdem ist jeder gespannt auf den Auftritt des David Christian Bongartz, besser bekannt unter seinem Künstlernamen.
Sein Programm war vorher im Internet nachzulesen: Wie wird Garrett-Superstar Vivaldis Vier Jahreszeiten behandeln? Und, vielleicht wichtiger noch: Wie wird Garrett-Superstar gekleidet sein?

Vanesa Orradro ist aus Lübeck gekommen, um Garrett-Superstar zu sehen. Sie habe durch ihn den Bezug zur Klassik bekommen, sagt die 20-Jährige. Silke Meyer (37) aus Zürich hat ihrer Mutter Helga Stöckemann aus Göttingen die Karten zu deren 75sten Geburtstag geschenkt. Sie erwarte ein „rockiges peppiges, knalliges Konzert.“

Der Teufelsgeiger macht in Hannover Halt: Auf seiner Klassik-Tournee spielte David Garrett am Sonntagabend im Kuppelsaal Hannover.

Garrett-Superstars Zugeständnis an den ehrwürdigen Kuppelsaal ist sein Smokingsakko; darunter: Schlabbershirt und Schlabberjeans. Er bekommt von Anfang an begeisterten Applaus, auch für seine charmanten Moderationen: Er sei in Hamburg auf dem Weg zu einer Probe gewesen, erzählt Garrett, als er ein Plakat von sich sah: „Meister Garrett“ war darauf zu lesen. Dem geschmeichelten Geiger wurde danach der Dirigent vorgestellt: Cornelius Meister. Das Publikum im Kuppelsaal braucht ein Weilchen, um den Gag zu verstehen.

Kurze, bekannte Stücke hat Garrett ausgesucht: Bei einigen ist er gar nicht dabei, das sehr gute Verbier Festival Orchestra darf allein Mozarts Ouvertüre aus „Die Hochzeit des Figaro“ spielen. Aber wenn Garrett geigt, begeistert er.
Und schließlich, nach der Pause, kämpft er mit den Elementen: Die Vier Jahreszeiten werden inflationär aufgeführt, Nigel Kennedys Einspielung ist Maßstab.

Er nimmt die Hürde: Puristisch, fast sanft, spielt er sich durchs Jahr. Viel, viel, viel Applaus für das Orchester unter der Leitung von Christoph Koncz. Und für den Meister. Und nein, es fliegen keine Plüschbären auf die Bühne.

Von Michael Krowas

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