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10:58 28.06.2014
Schick im Anzug: David Gray .
Schick im Anzug: David Gray . Quelle: afp
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Das gute an Liedermachern ist: Wenn sie so richtig verzweifelt sind, sagen sie das nicht nur, sondern machen einen Song draus. Gray hat das getan, gleich am Anfang seines neuen Albums „Mutineers“. Doch schon in diesem Song bekommt er die Kurve, denn er ist „Back in the World Again“. Vor allem deshalb, weil er dem Produzenten Andy Barlow begegnet ist. Barlow ist Teil des Trip-Hop-Duos Lamb und ein bislang eher unerfahrener Produzent. Gray hätte auch mit Danger Mouse oder anderen Stars arbeiten können. Er entschied sich für Barlow. Die Zusammenarbeit klappte überhaupt nicht. Anfangs.

Doch wie so oft: Wenn zwei unterschiedliche Typen eine gemeinsame Ebene finden, kann etwas Besonderes entstehen. Irgendwann, hat Gray in einem Interview erzählt, seien die beiden nur noch vor Begeisterung herumgehüpft und hätten sich dauernd umarmt, weil ihnen das Ergebnis ihrer komplizierten Zusammenarbeit immer und immer besser gefallen habe.

„Mutineers“ ist ein David-Gray-Album geworden, und es ist gut, dass er in seiner Motivationssackgasse nicht einfach sein Material abgegeben und den Produzenten machen lassen hat. Barlow hat dem Sound durchaus ein paar Frischzellen verpasst, er bringt einen Song wie „As the Crow Flies“ mit ein bisschen Effektspielerei tatsächlich zum Abheben. Vögel scheinen es Gray ohnehin angetan  zu haben, denn auch die „Birds of the High Arctic“ fliegen durch ein am Ende monumentales Klanggebirge. „Cake and Eat it“ tänzelt leichtfüßig, fast ein wenig afrikanisch. Für Grays Verhältnisse ist viel los auf dem Album.

Klassische Gray-Songs sind auch dabei, in denen ein sparsames Arrangement seine brüchige Stimme trägt oder er sich zu größtmöglicher Melancholie aufschwingt und man wieder einmal denkt, es sei Van Morrison („Snow in Texas“). Ist aber Gray. Für den Hörer nicht langweilig. Vielleicht ja für ihn selbst auch nicht mehr.

David Gray: „Mutineers“ (iht records)

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