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22:19 13.08.2013
Von Uwe Janssen
Im Wah-Wah-Rausch: Ahmed „Jimi“ Remally. Quelle: haz.kultur
Hamburg

Dieser Verein ist exklusiv, prominent und final. Wer zum „27 Club“ gehören möchte, muss vor allem eines sein: tot. Zudem Rockstar und mit 27 vorzeitig abgetreten. Trotz der Bedingungen: Die Mitgliederzahl ist unheimlich. Um auf die oberste Wolke zu gelangen, reicht es nicht, wenn du als Pete Ham bei Badfinger gesungen und dich umgebracht hast oder als Canned-Heat-Gitarrist an einer Überdosis gestorben bist wie Alan Wilson. Ganz oben sitzen ganz andere. Stones-Gitarrist Brian Jones, Janis Joplin, Jimi Hendrix oder Kurt Cobain. Der Nirvana-Sänger hat unter seinen Abschiedsbrief das Neil-Young-Zitat „It’s better to burn out than to fade away“ gesetzt. Es wurde zum Leitsatz einer Generation, und er schwebt wie ein Motto über der Show „The 27 Club“, die das Hamburger St.-Pauli-Theater derzeit zeigt.

Es ist in vielerlei Hinsicht ein Legendenabend. Es geht um große Musiker, um ihr mystifiziertes Leben, Verschwörungstheorien und unterschiedlichste Versionen ihres Todes. Vor allem aber geht es um ihre Songs. Deshalb blicken die Zuschauer im kleinen Theater an der Reeperbahn auch nicht auf Theaterkulissen, sondern auf eine Konzertbühne, auf der die „Club“-Mitglieder chronologisch abgearbeitet werden. Ein Erzähler vermittelt die wichtigsten (und den meisten Zuschauern wohl bekannten) Fakten und beginnt bei Bluesmann Robert Johnson, der angeblich dem Teufel seine Seele für ein paar Gitarrengriffe verkauft hat.

In die Rollen der Helden schlüpfen – auch optisch – Musiker, die sich jeweils drei bis vier Stücke so nah wie möglich ans Original herantasten. Das gelingt erwartungsgemäß mal mehr, mal weniger. Da werden Jimi Hendrix und Kurt Cobain zu Rechtshändern, Jim Morrison ist etwas zu alt geraten und Janis Joplin etwas zu drall. Andererseits ist die Musik gut bis ausgezeichnet. Ahmed „Jimi“ Remally tobt sich auf dem Wah-Wah-Pedal aus. Ewan MacKenna imitiert fast beängstigend gut die Stimme von Kurt Cobain, und auch Fiona Lynch, die sich an der Stimme von Amy Winehouse messen lassen muss, kriegt am Ende die Kurve – und viel Applaus.

Das hat Charme, wenn auch die große Idee eines richtigen Musiktheaterstücks fehlt. Aber die Zuschauer – eher aus der Hendrix- als aus der Winehouse-Generation – feiern die Musiker, feiern „Purple Haze“, „Mercedes Benz“, „The End“, „Come As You Are“ und die gute alte und natürlich wilde Zeit. Am Ende sogar im Stehen, wie in einem richtigen Konzert. Einem „Club“-Konzert.

In den USA ist die Westernkomödie „Lone Ranger“ gefloppt, in Deutschland hat sie die Zuschauer aber aus ihren Tipis gelockt: Der maskierte Rächer und Johnny Depp als Indianer Tonto sind am Wochenende an die Spitze der Cinemaxx-Kinocharts geritten.

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