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15:22 25.06.2014
Bei seinem einzigen Deutschlandkonzert begeisterte „Slowhand“ Eric Clapton die Fans in Mannheim. Quelle: dpa
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Mannheim

Die Jahrgänge 1960 und älter sind stark vertreten, und Männer sind in der Überzahl beim einzigen Deutschland-Konzert der englischen Gitarrenlegende Eric Clapton auf der Tour 2014 in der Mannheimer SAP-Arena. Mehr als 10 000 Fans warten am Dienstagabend sehnsüchtig auf den Blues- und Rock-Altmeister, der etwas steif mit Jeansjacke, einem Dunkelrosa-Hemd, Dreitagebart und Kurzhaarfrisur die Bühne betritt.

In den folgenden 90 Minuten kommt immer dann Stimmung auf, wenn der 69-jährige Musiker und seine Band bekannte ältere Balladen und Ohrwürmer wie „Tears in Heaven“ und „Layla“  oder den Titel „Cross Road Blues“ spielen. Die Stimmung steigt auch bei einigen Soloeinlagen oder dem Song „Key to the Highway“ langsam an. Unterstützung gibt es auch von den weiteren Sängern und Bandmitgliedern Andy Fairweather-Low und Paul Carrack mit kurzen Gesangseinlagen sowie zwei Sängerinnen im Hintergrund.

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Dennoch wirkt die Atmosphäre streckenweise etwas steril und andächtig. Beim soliden Bühnenprogramm ohne Choreographie gibt es keine spontanen Überraschungen. Trotz großen musikalischen Einsatzes Claptons und seiner Band fehlt die Spritzigkeit und ebenso die Virtuosität und Sangeskraft früherer Jahre.

Dies scheint die im Zeitlupentempo mitschunkelnden und mitgealterten Anhänger nicht zu stören. Sie sind von dem Rockmusiker, der bei vielen Songs sitzt, begeistert und verzaubert, schwelgen in Erinnerungen, nicken langsam-träumend mit dem Kopf im Takt und spenden immer großen Beifall.

Viele wollen ihr Idol einfach noch einmal erleben und haben dafür hohe Ticketpreise in Kauf genommen. Dementsprechend enttäuscht sind manche Clapton-Freunde, als der Altmeister nach dem Schlusslied „Coccaine“ und einer etwas lustlosen Zugabe mit „High Time We Went“ die Bühne räumt.

Ein weiteres Konzert im deutschsprachigen Raum gibt es am Donnerstag in Wien. Die meisten Auftritte hatte der vielfache Grammy-Gewinner 2014 bereits in Japan und den USA. Er gilt als einer der bedeutendsten Gitarristen der Musikgeschichte. Im vergangenen Jahr veröffentlichte er mit „Old Socks“ sein 21. Studioalbum. Neben gecoverten Lieblingssongs aus seiner Kindheit bis heute komponierte er dafür auch zwei neue Lieder. Unter den 35 Mitstreitern des Albums war auch Paul McCartney.

dpa

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