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Kultur Der Bachchor singt Verdis Requiem in der Marktkirche
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09:39 15.11.2010
Von Stefan Arndt
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Eine Totenmesse ist an sich eine besinnliche Angelegenheit, aber wenn man einmal richtig auf die Pauke haut, kann auch dabei Stimmung aufkommen. Giuseppe Verdis Requiem zumindest ist auch deshalb so erfolgreich, weil der Komponist bei der Schilderung des Jüngsten Gerichts immer wieder eine Große Trommel in die Pausen rumsen lässt. Die Wirkung dieses Effektes konnte man nun auch in der hannoverschen Marktkirche besichtigen: Der Krafteinsatz des Schlagzeugers von Jörg Straubes Bachorchester wurde durch Hunderte von glücklich erstaunten Gesichtern im Publikum belohnt.

Verdis Stück ist voll solcher exaltierter Passagen, die dieses Requiem trotz einiger altmeisterlichen Fugen für den Gebrauch im Gottesdienst ungeeignet erscheinen lassen. Obwohl in einer Kirche uraufgeführt, ist es längst ein Stück Konzertmusik geworden – und ein Fest für Sänger und Orchester. Vielleicht musste Dirigent Straube auch deshalb einmal nicht peinlich genau darauf achten, dass der Bachchor, dessen Stimmstärke und -schönheit ohnehin bewiesen ist, in wirklich jedem Takt zu hören war. Wenn die Wogen im großen Orchester hochschlugen, tauchte der Chor für Momente unter – und ging doch gestärkt aus dem akustischen Zusammenprall hervor, weil der Eindruck des Ungezügelten gerade bei diesem Stück großen Eindruck hinterlässt.

Wie zum Ausgleich bemühte sich Straube zugleich um höchste Disziplin: Selten sind die Schlussakkorde der Sätze so gut zusammen zu hören wie hier. Und für das wirksamste Gegengewicht zum Orchestersturm hat der Komponist sowieso selbst gesorgt: Der Großteil des Stückes ist so innig und feinstufig ausgeleuchtet wie der Beginn, bei dem der Chor gleich seine ganze Differenzierungskunst unter Beweis stellen konnte. Glücklich war auch die Wahl der Solisten: Die Sopranistin Kelly God sprang staunenswert souverän für die erkrankte Brigitte Hahn ein, Okka von der Damerau und Tobias Schabel sangen die tieferen Soloparts beweglich und füllig. Tenor Robert Chafin schließlich machte kleine stimmliche Schwächen durch intelligente Interpretation wett. So gab es am Ende nach respektvollem Schweigen so starken Applaus, dass er sogar Trommelschläge übertönt hätte.

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