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Kultur Der Pianist Vijay Iyer im Jazz Club Hannover
Nachrichten Kultur Der Pianist Vijay Iyer im Jazz Club Hannover
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11:06 27.08.2010
Von Stefan Arndt
Pianist Vijay Iyer
Jazzmusiker der Saison: Der Pianist Vijay Iyer Quelle: Handout
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Der Mann ist ein Quereinsteiger, aber kein Neuling: Als Vijay Iyer 1998 nach New York zog, hatte er zwar gerade ein Physikstudium absolviert – fand aber als Pianist schnell Zugang zu den Bands von Jazzgrößen wie Steve ­Coleman. Im vergangenen Jahr dann wurde aus dem langjährigen Mitspieler plötzlich ein Star: Seine Trio-CD „Histori­city“ wurde, obwohl bei dem deutschen Label Act erschienen, in Amerika ein Riesenerfolg. Iyers Gesicht zierte die Cover von Jazzmagazinen in aller Welt, und seine Platte gewann in Deutschland einen „Echo“-Preis für das beste Jazzalbum.

Heute erscheint seine neue CD (Act 9497-2). „Solo“ heißt sie, und tatsächlich spielt der Pianist hier ganz allein. Auf Verbündete verzichtet er allerdings nicht: Iyer verbeugt sich vor den Großen seines Fachs – und spielt ihre Stücke doch so eigensinnig und versponnen, dass sie klingen wie frisch komponiert. Das Thema von Monks „Epistrophany“ etwa tönt, als seien die einzelnen Töne Teil eines Windspiels, das im Sturm hin- und hergeworfen wird. Und auch Ellingtons „Black & Tan Fantasy“, das als rumpelige Stride-Piano-Nummer in tiefer Lage beginnt, beweist, dass der Sohn indischer Einwanderer keine Furcht vor komplexen Rhythmen hat.

Sein derzeitiger Erfolg und sein souveräner Umgang mit der Jazzgeschichte machen Iyer zum idealen Musiker für das Eröffnungskonzert der diesjährigen Jazz-Club-Saison. Am 13. September stellt er seine neue Platte zum ersten Mal in Deutschland im Keller auf dem Lindener Berg vor. Stars wie der amerikanische Pianist prägen auch das weitere Programm des Clubs: Am 18. Oktober ist der Miles-Davis-erfahrene Gitarrist Mike Stern zusammen mit dem Geiger Didier Lockwood zu Gast, am 3. November wird mit dem Altsaxofonisten Lee Konitz eine der letzten Legenden des Cool Jazz zu erleben sein. Europäische Prominenz ist dann am 20. September zu hören: Die Free-Jazz-Pianistin Irène Schweizer spielt ein Programm mit afrikanischen Musikern.

Neben der Avantgarde widmet sich der Club auch dem traditionellen Jazz: Das zeigt schon das erste Konzert mit dem Klarinettisten Engelbert Wrobel am 10. September. Daneben widmet man sich auf dem Lindener Berg auch lokalen Spezialitäten: Am 11. Oktober stellt sich der Sieger des Wettbewerbs Winning Jazz, die hannoversche Band Toke, dem Publikum vor. Der Gitarrist Klaus Spencker eröffnet am 1. November die Jazzwoche der Musikerinitiative Hannover. Und die in den vergangenen Jahren bestens gepflegte Zusammenarbeit mit der Musikhochschule ermöglicht Auftritte von Berühmtheiten wie den Sängern des New Yorker Vokalquartetts MOSS, die am 7. November in Hannover zu hören sind.

Weitere Informationen im Internet unter www.jazz-club.de.

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