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Kultur Der zweite Teil von „Sex and the City“ führt in die Wüste
Nachrichten Kultur Der zweite Teil von „Sex and the City“ führt in die Wüste
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00:46 29.05.2010
Von Martina Sulner
Gut gelaunt auch ohne Scheich: Kristin Davis (von links), Sarah Jessica Parker, Kim Catrall und Cynthia Nixon. Quelle: Warner

Frauen kennen das: Wenn der Partner gar nicht mehr zum gemeinsamen Ausgehen zu bewegen ist und einen Fernseher fürs Schlafzimmer kaufen will, gehört der Kerl endgültig zum alten Eisen. Oder er hat eine Geliebte, von der er sich zu Hause ausruhen muss.

Carrie Bradshaw (Sarah Jessica Parker), seit zwei Jahren verehelichte Mrs. Preston, zweifelt allerdings nicht an der Treue ihres Mannes, Mr. Big (Chris Noth). Doch dessen Vorliebe für gemütliche Fernsehabende zu Hause zehren an ihren Nerven. Soll das der Ehealltag sein? Für den Rest ihres Lebens? Da schaut Carrie entnervt aus der Wäsche – doch die ist auch im zweiten Kinoteil von „Sex and the City“ gewohnt stilvoll.

Eben so, wie man das seit dem Start der Fernsehserie im Jahr 1998 über die vier New Yorkerinnen kennt. Michael Patrick King, der die Geschichte über die modeverrückten Stadtneurotikerinnen ent­wickelt und 2008 den ersten Kinofilm gedreht hat, schreibt die Geschichte seines Quartetts stimmig fort. Zu den Jüngsten zählen die vier nicht mehr; Sexvamp ­Samantha (Kim Cattrall) plagt sich besonders mit ihrem Alter herum und investiert ein mittleres Vermögen in Cremes, Pillen und Lotionen. Ziemlich erfolgreich: Die 53-Jährige hat, jedenfalls auf der Leinwand, die Haut einer 23-Jährigen.

Das Grundgerüst hat sich seit dem Start der Serie nicht wesentlich verändert. Nur haben sich die Probleme der Frauen etwas verlagert. Im aktuellen Film geht es vor allem darum, Job, Familie und die eigenen Sehnsüchte unter einen Hut zu bringen. Miranda (Cynthia Nixon) zerreißt sich, wie im ersten Film, zwischen Job und Familie. Und Charlotte (Kristin Davis), mittlerweile Mutter von zwei Töchtern, wird über ihr Mutti- und-Gattinnen-Dasein beinahe irre. Zudem ist ihre Babysitterin so jung, hübsch und unbeschwert, dass jede Frau über 40 sich bei deren Anblick mausgrau und scheintot fühlt.

All das bietet reichlich Identifikationspotenzial für die mit den Serienheldinnen gereiften Zuschauerinnen. Doch ist der Zwist mit dem Gatten oder der Zoff mit dem Chef bei den überdrehten New Yorkerinnen im Film entschieden witziger als in der Wirklichkeit – und freche, anzügliche Dialoge hat „Sex and the City 2“ auch.

Autor und Regisseur Michael Patrick King schickt sein Quartett in diesem Film zwischenzeitlich sogar in die Wüste. Die vier bekommen einen Kurzurlaub in Abu Dhabi geschenkt, der zum Fiasko gerät, weil Samantha von den Anstandssitten des Mittleren Ostens nicht viel hält.

Vier New Yorker Singlefrauen auf der Suche nach dem ultimativen Sex: In der US-Kultserie "Sex and the City" bot das Thema Anlass zu einem furiosen Gag-Stakkato. Jetzt kehren die Mädels auf die Kinoleinwand zurück.

Das Aufeinandertreffen der Kulturen – hier die modischen New Yorkerinnen, dort die verschleierten Araberinnen – ist allerdings peinlich und platt geraten. Dass die vier weltgewandten Amerikanerinnen beim Anblick von Frauen in Burka aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommen, ist ziemlich dämlich. Ähnlich simpel gestrickt ist die Begegnung von Carrie mit ihrer alten Liebe Aidan (John Corbett), ausgerechnet in Abu Dhabi. Da verströmt „Sex and the City“ eine penetrante Rosamunde-Pilcher-Haftigkeit: Carrie entflammt wieder für den früheren Lover – wird sie trotzdem zu ihrem Ehemann zurückfinden?

Der Film, der ansonsten ein gutes Tempo hält, wird da betulich. Wie überhaupt „Sex and the City 2“, wohl dem Alter der Figuren geschuldet, insgesamt bedächtiger und braver ausfällt als die Fernsehstaffeln. Zwölf Jahre, nachdem Carrie und ihre Freundinnen ihr Debüt gegeben haben, halten sich die Überraschungseffekte in Grenzen. Der kommerzielle Erfolg jedoch ist nach wie vor anständig. Die DVDs der Serie verkaufen sich gut, und der erste Kinoteil von „Sex and the City“ hat bislang mehr als 400 Millionen US-Dollar eingespielt. In Deutschland erscheint heute – Verlagswerbung: „Die Gebete der Fans werden erhöht, und das lange Warten hat bald ein Ende ...“ – das Buch zum Film (Schwarzkopf & Schwarzkopf, 176 Seiten, 19,95 Seiten). Die Zeitschrift „Gala“ gibt ein Sonderheft über Carrie und Co. heraus, vor allem mit Fotos von Schuhen, Handtaschen und Kleidern der Serienheldinnen.

Die Figuren zeichnet aus, dass sie sich ihren Unzulänglichkeiten und ihrem fortschreitenden Alter mit viel Selbstironie nähern. Und gleich zu Beginn des Kinofilms taucht, als Stargast einer ­gigantischen Schwulenhochzeit, Liza Minnelli auf. Die ist auch schon Mitte 60 und macht immer noch auf jugendlich. Was, glaubt man den Erzählungen von „Sex and the City“, der Traum einer jeden Frau ist.

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