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Kultur “Diego Maradona”: Gott schnupft Heroin
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"Diego Maradona”: Gott schnupft Heroin

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09:59 02.09.2019
So sehen Sieger aus: Diego Maradona nach dem Gewinn der Meisterschaft 1987. Quelle: Meazza Sambucetti/AP/·Shutterst

Am Anfang war Diego, begnadeter Fußballer im Trikot der Boca Juniors aus Buenos Aires. Diego Armando Maradona begeisterte mit sagenhaften Pässen, traumhaften Toren und außerirdischen Dribblings. Über den FC Barcelona kam Maradona 1984 zum SSC Neapel. Über diese Phase des Argentiniers hat Dokumentarfilmer Asif Kapadia („Senna“, „Amy“) einen grandiosen Film gedreht.

Wobei gedreht das falsche Wort ist: Die zwei Stunden „Diego Maradona“ bestehen aus Archivmaterial der Zeit zwischen Maradonas triumphalem Einzug 1984 in Neapel und dem Tag, an dem er 1991 einsam die Stadt verlässt. Interviews mit dem Protagonisten fehlen. Dieser Filmstil ist Kapadias Markenzeichen.

In den neapolitanischen Jahren wird aus dem menschlichen Diego der vergötterte, aber auch entrückte Maradona. Er wird Weltmeister 1986, führt den SSC Neapel 1987 erstmals zur italienischen Meisterschaft und holt mit dem Klub 1989 den Uefa-Cup. Doch Maradona verändert sich, er feiert exzessive Partys, sumpft vom Spieltag bis zum Mittwochabend durch, um sich danach wieder auf das nächste Spiel vorzubereiten.

Im Umfeld der neapolitanischen Mafia

Es ist ein offenes Geheimnis, dass Maradona Kokain konsumiert, mit Prostituierten verkehrt – und sich im Umfeld der neapolitanischen Mafia bewegt. In den Kommentaren aus dem Off sprechen Weggefährten und Maradona selbst über den Aufstieg des Genies, das im Abseits landete. Sein Personal Trainer Fernando Signorini formuliert es so: „Mit Diego würde ich bis ans Ende der Welt gehen, aber mit Maradona nicht einen Schritt.“

Am Ende war Maradona. Und Maradona war am Ende.

Diego Maradona“, Regie: Asif Kapadia, 130 Minuten, FSK 12

Von Kristian Teetz/RND

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