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Kultur Tauziehen um Mosaik
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16:29 01.10.2014
Diese Computergrafik zeigt den gemeinsamen Entwurf der Choreographin Sasha Waltz und der Stuttgarter Szenografen Milla & Partner für das in Berlin geplante Freiheits- und Einheitsdenkmal. Quelle: dpa
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Berlin

Eine unendliche Geschichte: Das schon seit 2007 geplante Einheits- und Freiheitsdenkmal in Berlin verzögert sich weiter. „Das Denkmal wird nicht vor 2016 fertig“, sagte ein Sprecher von Kulturstaatsministerin Monika Grütters am Mittwoch der dpa. Grund ist ein Tauziehen um Mosaike aus der Kaiserzeit, die im Sockel des Denkmals gefunden wurden. Zuletzt hatten die Verantwortlichen auf eine Eröffnung 2015 zum 25. Jahrestag der Deutschen Einheit gehofft.

Der Sprecher von Grütters bestätigte einen Bericht des Berliner „Tagesspiegel“ , wonach an der Baustelle in der historischen Mitte Berlins weiter Stillstand herrscht. Die Bauverwaltung des Landes prüfe nach wie vor Vorschläge über die Zukunft des Mosaiks, sagte der Sprecher. Senatsbaudirektorin Regula Lüscher wies den Vorwurf der Verzögerung zurück. Das Land habe sich bereiterklärt, die Steinbilder auszubauen und an anderer Stelle zu zeigen. „Damit sind wir dem Bund massiv entgegengekommen“, sagte sie auf Anfrage.

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Lüscher und der Berliner Denkmalschutz hatten Anfang des Jahres zunächst gefordert, die wiederentdeckten wilhelminischen Mosaike freizulegen und dauerhaft unter dem Sockel zu zeigen. Das hätte nach Ansicht des Bundes grundlegende und teure Änderungen am Projekt nötig gemacht. Deshalb stockten seither die Bauarbeiten. Grütters' Sprecher sagte, erst seit einem Chefgespräch mit dem Berliner Bausenator Michael Müller (SPD) Anfang September habe es bei der Landesverwaltung wieder Bewegung gegeben.

Schon zuvor war es mehrfach zu Schwierigkeiten und Verzögerungen gekommen. So scheiterte nach dem Bundestagsbeschluss von 2007 zur Errichtung des Denkmals für die Deutsche Vereinigung ein erster Wettbewerb. Der schließlich gekürte Entwurf von Johannes Milla (Stuttgart) und Sasha Waltz (Berlin) sieht unter dem Motto „Bürger in Bewegung“ eine riesige begehbare Schale vor. Wegen Meinungsverschiedenheiten stieg Waltz 2012 aus dem Projekt aus.

Später sorgten Forderungen nach einem besseren Behindertenzugang und ein Völkchen von seltenen Wasserfledermäusen im Sockel für weiteren Aufschub. Der Eröffnungstermin wurde von 2013 oder 2014 auf 2015 verschoben. Und auch das lässt sich nun nicht mehr halten. In Leipzig hatte der Stadtrat im Sommer das dort geplante Einheitsdenkmal nach quälenden Debatten vorerst ganz auf Eis gelegt.

dpa

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