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19:15 05.10.2011
Dieser Agent ist beinahe so cool wie James Bond, darüber hinaus aber ein echter Trottel: Rowan Atkinson als „Johnny English“. Quelle: Universal

Rowan Atkinson will es noch einmal wissen. Der bei uns wohl immer noch bekannteste britische Komiker verdankt seinen Ruhm in Deutschland vor allem seiner Paraderolle „Mr. Bean“, in der er seit den frühen Neunzigern im Fernsehen zu sehen ist. Atkinson spielt eine schier unerschütterliche, gleichwohl tollpatschige Figur, einem Nachfahren von Buster Keaton ähnlich. Seinen letzten großen Auftritt im Kino hatte Atkinson 2007 im nur mäßig erfolgreichen Film „Mr. Bean macht Ferien“.

Danach hat er sich endgültig von dieser Rolle getrennt. Treu bleibt er dagegen dem nach James Bond coolsten Agenten seiner Majestät: Johnny English hat Atkinson vor acht Jahren in einer amüsanten Geheimdienstparodie zum ersten Mal verkörpert. Nun macht er weiter, als ob nichts geschehen ist.

Wie der Zuschauer anfangs erfährt, hat sich der von den Bösewichten der Welt gefürchtete britische Agent Johnny English in ein tibetisches Kloster zurückgezogen – aus Scham, weil ein wichtiger Job in Mosambik seinetwegen in die Hose ging. Die Schande ruft bei English immer noch ein nervöses Augenzucken hervor, sobald nur jemand den Namen des afrikanischen Staates ausspricht. Nun aber wird die einstige Geheimwaffe der Queen ­wieder gebraucht, weil die finstere Geheimorganisation Vortex den chinesischen Premierminister bei seinem Besuch in Großbritannien ermorden will.

Johnny English kehrt nach London zurück, muss aber feststellen, dass sich der britische Geheimdienst MI7 gehörig modernisiert hat. Wie bei Fußballstadien üblich, trägt nun auch der Dienst den Firmennamen eines japanischen Sponsors. Die Spione werben mit dem Motto: „Wir spionieren für Sie.“ An der Spitze steht mit Pamela Thornton (ein Wiedersehen mit „Akte X“-Star Gillian Anderson) eine Powerfrau. Und im Inneren schaut das Hauptquartier des Dienstes aus wie ein modernes Callcenter.

Aber das kann Johnny English nicht erschüttern. Zusammen mit seinem jungen Assistenten Tucker (Daniel Kaluuya) findet er schnell heraus, dass hinter den Mordplänen ein Geheimdienstkomplott steckt. Dabei geht er nach dem Satz seines tibetischen Lehrmeisters vor: Alter macht weise. English reist rund um die Welt, gerät mehrmals in Lebensgefahr und demonstriert, was Entschleunigung für die künftige Geheimdienstarbeit bedeuten kann. Zwischendurch gönnt er sich ein Liebesabenteuer mit seiner Psychologin (das ehemalige Bond-Girl Rosamund Pike) und liefert sich einen tollkühnen Showdown mit den Bösen im tiefen Alpenschnee.

Wer sich an neue amerikanische Komödien im Stil von „Hangover“ oder „Kill the Boss“ gewöhnt hat, der wird von Oliver Parkers „Johnny English – Jetzt erst recht“ womöglich enttäuscht sein. Der Film kommt ohne die mittlerweile obligatorischen Zoten oder Fäkalwitzeleien aus. Die Geschichte, so blödsinnig sie auch ist, wird in aller Ruhe erzählt. Im Vordergrund stehen typische „Mr. Bean“-Slapstickeinlagen, nette Wortwitze, selbstironische Anspielungen. Kurzum: Es herrscht ein zwar durch und durch altmodisches Humorverständnis, das aber immer noch gute Familienunterhaltung liefert. Der Zuschauer, der schon Mr. Bean geliebt hat, dürfte darüber amused sein.

Slapstick und Selbstironie: Gute Unterhaltung!

Ernst Corinth

Er ist der Marathonmann des hannoverschen Staatsschauspiels. Nicht nur, weil der 76-jährige Schauspieler seit 1969 hier am Theater arbeitet und immer eine Stütze des Ensembles war – egal wer Intendant war. Sondern weil Dieter Hufschmidt als Vorleser gezeigt hat, dass er nicht nur die Kondition für Mammutwerke hat, sondern die hiesigen Literaturfreunde zur Ausdauer animieren kann.

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