Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur Erfolg für deutsches Kino in Locarno
Nachrichten Kultur Erfolg für deutsches Kino in Locarno
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:57 12.08.2012
Das deutsche Kino gewann in Locarno den Hauptpreis in der „Woche der Kritik“ und den Preis für den besten Film. Quelle: dpa
Anzeige
Locarno

Mit der Preisverleihung unterm Sternenhimmel ist das 65. Internationale Filmfestival in Locarno am Samstagabend zu Ende gegangen. Den Goldenen Leoparden, den begehrten Hauptpreis, gab die Jury an „La Fille de Nulle Part“ („Das Mädchen von Nirgendwo“) aus Frankreich. Regisseur Jean-Claude Brisseau zeigt in dem Kammerspiel um eine junge Frau und einen alten Mann auf höchst kunstvolle Art eine aus den Fugen geratene Welt, in der die moralischen Ansprüche der Eltern und Großeltern nicht mehr gelten.

Das deutsche Kino gewann den Hauptpreis in der „Woche der Kritik“ für die Dokumentation „Vergiss mein nicht“. Den Preis für den besten Film im Freiluftprogramm auf der Piazza Grande, eine der renommiertesten Ehrungen des Festivals, errang „Lore“. Das Anti-Kriegsdrama ist eine deutsch-australisch-britische Koproduktion.

Anzeige

In „Vergiss mein nicht“ porträtiert der in Berlin lebende Regisseur David Sieveking seine an Demenz erkrankte Mutter. Die sensible Dokumentation galt von Anfang an als Favorit in der „Woche der Kritik“. „Lore“ (Regie: Cate Shortland), von Tausenden auf der Piazza Grande gefeiert, spiegelt auf berührende Art das Schicksal von Kindern einer Nazifamilie, die nach dem Zweiten Weltkrieg neu zu leben und neu denken lernen müssen.

Die ausgezeichneten Filme reflektieren die Schwierigkeit, die heutige komplizierte Welt zu begreifen. So auch die mit dem Spezialpreis der Jury gewürdigte US-amerikanische Komödie „Somebody up There Likes Me“. Regisseur Bob Byington beobachtet darin stilistisch originell die lebenslange Suche eines Mannes nach sich selbst. Der als bester Regisseur gekürte Chinese Ying Liang analysiert in seinem dokumentarisch anmutenden Drama „Wo Hai You Hua Yao Shuo“ („When Night Falls“) einen Justizmord in Shanghai.

Jury-Präsident Apichatpong Weerasethakul erklärte zur Preisvergabe: „Uns hat die Vielzahl an Filmen gefallen, die sich der verschiedenen Krisen in unserer Welt auf höchst unterschiedliche Weise annehmen.“ Diesem Anspruch wurden alle der 19 Dokumentar- und Spielfilme im Internationalen Wettbewerb und auch die meisten der insgesamt rund 300 Beiträge in den verschiedenen Sektionen des Festivals gerecht. 

dpa

14.08.2012
Kultur Prägender Musikmanager - Hans Ulrich Schmid ist tot
Stefan Arndt 10.08.2012
Kultur Ex-Chef des Ohnesorg-Theaters - Theaterautor Konrad Hansen gestorben
10.08.2012