Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur „Wir wollen keinen Streit“: Eventim schafft umstrittene Online-Ticketgebühr dauerhaft ab
Nachrichten Kultur „Wir wollen keinen Streit“: Eventim schafft umstrittene Online-Ticketgebühr dauerhaft ab
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:29 18.12.2018
Der Eventim-Chef Klaus-Peter Schulenberg Quelle: picture alliance / R. Goldmann
Berlin

Der Ticket-Anbieter CTS Eventim schafft die umstrittene Service-Gebühr für selbst ausgedruckte Online-Tickets dauerhaft ab. „Wir wollen keinen Streit“, sagte Eventim-Chef Klaus-Peter Schulenberg dem Wirtschaftsmagazin „Capital“. Für die selbst ausgedruckten Tickets habe man zwar an vielen öffentlichen Hallen in Kontrollsysteme investieren müssen, in vielen anderen Ländern sei die Zusatzgebühr auch überhaupt kein Problem, sagte Schulenberg. Aber man habe die Mechanik hinter der Online-Gebühr „nicht überzeugend genug vermitteln können“. Deshalb werde man in Deutschland auf Dauer auf die Gebühr verzichten.

Richter kippten bereits „Service-Gebühr“ von 2,50 Euro

Eventim reagiert damit auf ein Urteil des Bundesgerichtshofs aus dem August. Darin hatten die Richter in letzter Instanz die pauschale „Service-Gebühr“ von 2,50 Euro gekippt, die das MDax-Unternehmen für Tickets im sogenannten Printdirect-Verfahren über seine Online-Plattform eventim.de erhoben hatte. Allerdings hatte der BGH darauf hingewiesen, dass eine Anpassung der Gebühr durchaus zulässig sein könnte. Unmittelbar nach dem Urteil hatte Eventim den Aufschlag von 2,50 Euro gestrichen, sich aber zugleich vorbehalten, künftig eine Gebühr in geringerer Höhe zu verlangen.

Bei der Online-Gebühr gehe es nur um Erlöse von einer Million Euro im Jahr, sagte Eventim-Chef Schulenberg. Nur ein kleiner Teil der Fans drucke seine Konzerttickets selbst aus. Dagegen hat das Unternehmen eine Service-Gebühr für Fußballtickets und andere Karten, die über seine Tochter Eventim Sports verkauft werden, bis heute vorerst beibehalten, da sich die Entscheidung des BGH nicht unmittelbar gegen die Firmentochter richtet. Nach Unternehmensangaben laufen derzeit Gespräche mit den Sportvereinen, um eine Lösung im Sinne der Clubs, der Fans und des Unternehmens zu finden.

Harsche Kritik an „verfehltem“ Kartellrecht

Scharfe Kritik äußerte Schulenberg an den Entscheidungen des Bundeskartellamts, das in den vergangenen Jahren wegen Eventims dominanter Stellung auf dem deutschen Ticketmarkt mehrere Verfahren gegen das Unternehmen geführt hatte. Ende 2017 untersagte die Wettbewerbsbehörde etwa eine geplante Fusion mit der Berliner Konzertagentur „Four Artists“. Das deutsche Kartellrecht sei für Technologie-Firmen wie Eventim grundsätzlich „verfehlt“, weil es nur den nationalen Markt berücksichtige, sagte Schulenberg. „Unsere Wettbewerber sind amerikanische Unternehmen.“ Diese könnten ganz andere Skalen-Effekte erreichen. „Europäische Firmen, die auf nationaler Ebene betrachtet werden, sind klar im Nachteil“, sagte Schulenberg. In der Vergangenheit hatte etwa auch der US-Online-Gigant Amazon versucht, auf dem Ticketmarkt Fuß zu fassen.

Von RND

Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences hat eine Shortlist der Oscar-Semifinalisten 2019 veröffentlicht. Darunter ist auch der Film „Werk ohne Autor“ von dem deutschen Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck.

18.12.2018
Kultur Neo-Magazin-Royale-Autor Christian Huber - Weihnachten – oder die seltsame Rückkehr in die Kindheit

Von dem Homecoming-Get-Together-Umtrunk weiß wohl so mancher zu berichten, der die Feiertage in seinem Elternhaus verbringt. Von den Zwischenmahlzeiten zwischen den Mahlzeiten auch. Aber keiner macht es so erheiternd wie Autor Christian Huber. Sein neues Buch „Alle anderen können einpacken“ ist ein Muss unterm Weihnachtsbaum.

18.12.2018

Das Lied gehört zum immateriellen Unesco-Weltkulturerbe. Heute würden der Komponist und der Liedtexter von „Stille Nacht, Heilige Nacht“ wohl reich. Das war vor 200 Jahren anders.

18.12.2018