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Kultur Feier-Abend mit den Donots im Capitol
Nachrichten Kultur Feier-Abend mit den Donots im Capitol
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17:09 18.10.2012
Von Uwe Janssen
Schnell, laut, fiebrig: Donots im Capitol.
Schnell, laut, fiebrig: Donots im Capitol. Quelle: Anastassakis
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Hannover

Keine Zeit zum Auskurieren. Ist unvernünftig, aber ist eben auch irgendwie Punk. Immerhin hat Knollmann Vorkehrungen getroffen. „Ich habe hier einen Eimer stehen. Falls die Krankheit während der Show eskalieren sollte.“ Und erhöhte Temperatur ist auch im Saal ein gutes Stichwort.

Ein Donots-Konzert ist ein Feier-Abend. Die Band spielt schnell und laut, zwischen Punk und Stimmungsrock, singt hymnisch, jedes Lied hat einen Mitmachteil, und Sänger Ingo lässt keine Gelegenheit aus, das Publikum zwischen den Songs mitzunehmen. Schnell entwickelt sich Szenetypisches im gut gefüllten Saal. Rundlaufspielchen, Pogo, Crowdsurfing und Bierduschen, obwohl das Zeug ziemlich teuer ist. Handydisplays sind weniger zu sehen, die Aufnahmen wären eh verwackelt oder das Gerät voller Bier. Also stecken lassen, mitmachen. Klappt gut.

Auch auf dem Balkon in „Oberhannover“, wie Ingo die dortigen Besucher tauft. Und als er sie zum Hüpfen animiert, gerät der Balkon so in Schwingung, dass einige Besucher unten drunter lieber ein paar Schritte zurückgehen. Die Stimmung ist prächtig. Auch Guido hält durch.

Die Band aus Ibbenbüren bei Münster weiß, wie sie einen solchen Laden in Schwung bringt. Fast 20 Jahre gibt es das Quintett schon, es hat mit Green Day, den Beatsteaks und den Toten Hosen durch große und sehr große Hallen und Stadien getourt, schaut aber auch noch gelegentlich in der Ibbenbürener Scheune vorbei, wo damals alles begann. 

Im Capitol nehmen die Herren nur selten den Fuß vom Gaspedal. Was bei den Donots eine Ballade ist, geht bei anderen Bands als Temponummer durch. „Wake the dogs“, das neue Album, wird ausführlich vorgestellt. Viele kennen die Songs schon, wenn nicht – egal. Mitmachen geht auch so.

Irgendwann bilden sechs Fans rechts vor der Bühne eine Pyramide. Da unterbricht selbst die Band kurz und schaut gebannt auf die bierbedingt etwas wackelnde Konstruktion. Sie kracht schließlich unter großem Jubel zusammen. So viel gute Laune gibt’s auch im Capitol nicht oft.

18.10.2012
Stefan Arndt 20.10.2012