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Kultur Festival 21 hat in Goslar begonnen
Nachrichten Kultur Festival 21 hat in Goslar begonnen
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13:36 23.08.2010

Udo Grimm beispielsweise faszinierte mit seiner Kontrabassklarinette in einem als „Eindicker“ für Erzschlamm überlieferten Kessel mit einer abgründig tiefen, subtil gefärbten Kantilene. In einem anderen Eindicker agierte der Schlagzeuger Arnold Marinissen ebenso feinfühlig.

Bei der bereits um 1930 vom Pionier Edgard Varèse komponierten „Ionisation“ für 13 Schlagzeuger lag Hochspannung in der Luft. Die vereinten Ensembles der heimischen Musikschule und der Städtischen Musikschule Braunschweig sorgten für viel gute Laune bei den Zuhörern. Dann wiederum kamen plötzlich ferne Klänge aus einer verschlossenen Tagesförderstrecke. Des Rätsels Lösung: Als die Tore geöffnet wurden, fuhr eine Lore mit Blechbläsern ins Freie zu Mauricio Kagels viertem „Marsch, um den Sieg zu verfehlen“.

Am zweiten Tag lud das studentische Blechbläserensemble „Schwerpunkt“ zu musikalischer Landart auf eine Bergwiese, intonierte dort „Klangschweife“ von Urban Mäder und sogar einen „Hexenring“ von Roland Moser. In idyllischer Natur kamen Carola Bauckholts „Echo – Interferenzen“ wie gerufen. Die weiträumig verteilten Holzblocktrommeln erinnerten mit ihren Tremoli an Spechte. Gelegentlich schwangen sich Trommelschläge in die Luft. Gegeneinander geschlagene Steine nutzen die natürlichen Echowirkungen.

Das Publikum konnte und sollte sich beim Umherschlendern auch auf eingebildete Klänge im inneren Ohr konzentrieren. „Singende Schnecke“ hatte der Schweizer Hans Wüthrich seine „Conceptart“ betitelt, schon auf dem Weg zur Bergwiese hatten Zettel an Ästen und im Gras das Publikum ermuntert, sich Klänge vorzustellen. „Versuche, nichts in das akustisch Klingende hineinzuhören!“, war eine von Wüthrichs Devisen – auf Schotter schurrende oder durchs Gras schleifende Schuhe sowie rauschende Wasser am Wegesrand ließen eine Sinfonie klingen.

Zum Ausklang der Goslarer „Linien“ setzte das Ensemble „Schwerpunkt“ einen besonderen Akzent. „BRASS – The Metal Space“ von Peter Eötvos für sieben Blechbläser und zwei Schlagzeuger entpuppte sich in der alten Schlosserei als perfekte Aktion. Zwei Gongs lockten nacheinander zwei Hörner, zwei Posaunen, zwei Trompeten und schließlich eine Tuba auf die Fläche vor dem Podium. Sich drehende, gelegentlich auseinanderstrebende Musiker gestalteten ein Ballett für Blechbläser und zogen das Publikum mit klingenden Pirouetten in den Bann.

Das niedersächsische „Linien“-Festival wird am kommenden Wochenende in der Lokhalle Göttingen fortgesetzt. Karten unter Telefon (05 51) 4 97 00 38.

Wer genau die Kunst erschaffen hat, ist bei dieser Ausstellung pure Ansichts­sache. Das rein Handwerkliche geht auf unbekannte Mitarbeiter der Bauhöfe in Berlin, Potsdam und Hannover zurück, für den Gesamteindruck aber ist Timm Ulrichs verantwortlich.

Reinhard Urschel 23.08.2010

Die Spielzeit an der Oper beginnt am 28. August mit einem Benefizkonzert für die Stiftung Staatsoper Hannover.

Stefan Arndt 23.08.2010

Es soll gefeiert werden beim diesjährigen Literaturfest der VGH-Stiftung. Schließlich feiert auch die Stiftung ihr zehnjähriges Jubiläum. Keine Überraschung also, dass man sich schnell auf das Motto „Das Fest“ geeinigt hat. Dreißig Lesungen sollen zwischen dem 9. und dem 26. September in Niedersachsen stattfinden.

Dirk Kirchberg 23.08.2010