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Kultur „Wir suchen das Gespräch“
Nachrichten Kultur „Wir suchen das Gespräch“
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00:00 29.05.2015
„low pieces“ von Xavier Le Roy zeigt bewegte Körperlandschaften. Quelle: Vincent Cavaroc
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Hannover

Die Theaterformen feiern in diesem Jahr 25-jähriges Bestehen, gleichzeitig ist diese Ausgabe Ihre erste als künstlerische Leiterin. Frau Dennewald, was haben Sie sich vorgenommen?

Wir haben Theater aus aller Welt nach Hannover eingeladen, aktuelle Stücke von alten Bekannten wie Rimini Protokoll und auch vieles, was es neu zu entdecken gibt. Zwei Dinge sind mir wichtig: die Vernetzung des Festivals mit der Stadt und ihren Bewohnern und die Gelegenheit fürs Publikum, sich mit einer künstlerischen Handschrift zu beschäftigen. Daher haben wir von manchen Theatermachern gleich zwei Stücke im Programm.

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In mehreren Stücken sind diesmal auch die Zuschauer ins Bühnengeschehen eingebunden. Was bedeutet dieser Rollenwechsel?

Für das US-amerikanische „The Record“ haben wir schon im Dezember 44 Teilnehmer aus Hannover gecastet, die mit Livemusikern auf der Bühne zu sehen sind. In „Situation Rooms“ von Rimini Protokoll erkundet jeder Zuschauer selbstständig ein begehbares Bühnenbild mit vollkommen lebensecht gestalteten Räumen. Dort hört er Geschichten von Menschen, deren Biografien vom internationalen Waffenhandel mitgeschrieben wurden. In Xavier Le Roys legendären „low pieces“, die für eine Aufführung nach Hannover kommen, suchen wir das Gespräch mit dem Publikum. Wir hoffen auf unsere Zuschauer als Komplizen!

Das Festival sucht sich auch Spielorte abseits der Bühnen - etwa in der Stadt. Wo führen Sie Ihr Publikum in diesem Jahr hin?

Wir möchten die Theaterformen auf vielfältige Weise in Hannover verorten. „Hausbesuch Europa“ zum Beispiel spielt in 22 hannoverschen Wohnzimmern. Die Idee dieses Stücks ist, Europa als sozialen Raum erfahrbar zu machen. Außerdem werden wir auf dem Opernplatz eine Containerwelt aufbauen für die theatrale Installation „STILL (The Economy of Waiting)“ von Julian Hetzel - eine Einladung, auf produktive Weise Zeit zu verschwenden.

Mit dem Festivalzentrum im Innenhof zwischen Schauspielhaus und Künstlerhaus bieten die Theaterformen auch über die Aufführungen hinaus ein vielseitiges Programm. Was gibt es dort in diesem Jahr zu entdecken?

Es kommen ein Dutzend Livebands - in diesem Jahr unter anderem Oum Shatt, Die Sterne und JaKönigJa. Vor vielen Theaterstücken gibt es Einführungen. Auch kann man sich in eine von den Festivalkünstlern ausgestattete Lese-Ecke zurückziehen, sich für ein Video-Projekt filmen lassen oder einfach nur bei Getränken und kleinen Leckereien einen netten Abend im Festivalzentrum verbringen. Unserer Ansicht nach die schönste Sommerlocation der Stadt!

Informationen und Karten unter www.theaterformen.de und (05 11) 99 99 11 11. Mehr zum „Festival Theaterformen“ in der Juli-Ausgabe der „Spielzeit“.

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