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Kultur 60 Kunstorte bereiten sich auf Zinnober-Wochenende vor
Nachrichten Kultur 60 Kunstorte bereiten sich auf Zinnober-Wochenende vor
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00:18 06.05.2018
Im September startet zum 21. Mal das Zinnober-Wochenende. Quelle: Katrin Kutter
Hannover

  Kurt Schwitters erdachte den Namen Zinnober vor fast 100 Jahren für eine Reihe von hannoverschen Künstlerfesten. Gefeiert wurde bei der zeitgenössischen Neuauflage als Tage der offenen Ateliers, Galerien und Kunstvereine seit 1997 zwar auch immer wieder. Vor allem hatten die Schöpfer des neuen Zinnober aber Vernetzung im Sinn. „Es ging darum, dass die hannoverschen Kunstakteure sich gegenseitig den Rücken stärken, egal wie groß ihre Institutionen sind“, sagt Mairi Kroll. Als Geschäftsführerin der Kestnergesellschaft ist sie zum Vernetzungstreffen für die 21. Zinnober-Ausgabe in die Städtische Galerie Kubus gekommen. 

Das Kulturbüro der Stadt Hannover organisiert das Ausstellungsspektakel als ständigen Prozess. Beim 20. Jubiläum im vergangenen Jahr ist es gelungen, 14500 Besucher an knapp 60 Kunstorte zu locken. Der Rekord zeigte nicht zuletzt auch erster Erfolge einer neu aufgelegten Atelier- und Projektraumförderung. Die Kunstszene Hannovers verjüngt sich und wird für Absolventen von Kunsthochschulen attraktiv. Dennoch stellte sich das Kulturbüro dem Feedback aller Beteiligten und nahm in einem offenen Arbeitskreis Veränderungen für den kommenden Zinnober vor, der traditionell am ersten Wochenende im September stattfinden wird. 

Erstmals wird es einen Informationstresen in der Galerie Kubus geben, an dem sich Besucher für ihren Weg durch die Stadt beraten lassen können. Benutzerfreundlichkeit und Übersichtlichkeit sollen auch bei einem interaktiven Internetauftritt und einer großen Faltkarte im Programmheft im Vordergrund stehen. Alle 58 teilnehmenden Ausstellungsorte werden zudem nach und nach auf einer entsprechenden Facebook-Seite vorgestellt. Zwar ist deren Zahl gleich geblieben. Doch einige vertraute Akteure setzen aus, während neue hinzukommen. 

„Es entstehen noch immer tolle neue Projekträume“, freut sich Anne Prenzler, die im Kulturbüro den Bereich Förderung leitet. Dazu zählen so urban anmutende wie die Turba Gallery in der Stephanusstraße. Aber auch bereits etablierte Ausstellungsorte nehmen erstmals an Zinnober Teil. So will Kurator Ulrich Barth den Küchengartenpavillon auf dem Lindener Berg für ein breiteres Publikum öffnen. Das ist anderen Akteuren bereits gelungen. Nina Aeberhard vom Ad/Ad Project Space in der Deisterstraße hat gute Erfahrungen mit ihrem ersten Zinnober im vergangenen Jahr gemacht: „Wir haben an Sichtbarkeit gewonnen.“ 

Henner Rosenkranz, der mit der Galerie Bohai am Schwarzen Bär bereits zum vierten Mal teilnimmt, sieht den für Zinnober ursprünglich prägenden Solidaritätsgedanken heute wieder im Mittelpunkt: „Gerade die junge Szene muss sich verbinden – nicht zuletzt in Hinblick auf die Kulturhauptstadt.“ Ein neues Format soll im September zum Zinnober-Auftakt Vernetzung und Feiern verbinden. „Bei einem Sommerfest im Kubus wollen wir Kunstszene, Bürger und Politik zusammenbringen“, sagt Prenzler. Dabei will sie einen öffentlichen Diskurs anstoßen: „Wir müssen neue Öffentlichkeiten herstellen und das Bewusstsein aller schärfen, wenn wir die Szene weiterentwickeln wollen.“  

Das 21. Zinnober-Wochenende findet am 1. und 2. September 2018 in 58 Ateliers, Galerien und Kunstvereinen statt. Das genaue Programm ist ab Ende Juli in gedruckten Programmheften und auf www.zinnober-hannover.de veröffentlicht.

Von Thomas Kaestle

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