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Kultur Gedok-Künstlerinnen stellen im Sofaloft aus
Nachrichten Kultur Gedok-Künstlerinnen stellen im Sofaloft aus
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08:00 25.09.2010
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Die Romantik hat überlebt. Das beweist der Künstlerinnenverband Gedok mit seinem bislang größten Projekt „1810–2010 ... und die Romantik lebt!“. Das Ziel war es, die Motive der Romantik aufzunehmen und in die Gegenwart zu transportieren. Bis zum 2. Oktober stellen 20 Künstlerinnen ihre Arbeiten in der hannoverschen Kulturetage im SofaLoft aus.

Die Kulisse des Möbelhauses wirkt eher funktional als romantisch. Doch die Kunstwerke zeigen den vielfältigen Umgang mit dem Thema: Die Frauen haben in den Sparten Musik, Literatur, Film, Fotografie, bildende und angewandte Kunst gearbeitet. Antje Seeger hat die Fiktion der Ferne gesucht – und in der Alltagserfahrung des Autofahrens gefunden. „Man will immer an einen anderen Ort. Aber ist es dort wirklich besser?“, fragt die 35-Jährige – und stellt Postkarten aus, die Autobahnen und Bundesstraßen abbilden. Renate Gehrke hat mit Latex die „Haut von alten Mauern“ abgetragen. An großen Kunststofflaken hängt nun Schmutz aus dem 19. Jahrhundert. Auf diesem Weg wollte sie den Menschen von damals begegnen.

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Bei Youn-Ok Ou dagegen begegnet man sich selbst. Im Mittelpunkt ihrer Installation wartet ein Reißverschluss darauf, geöffnet zu werden. „Es geht um den inneren Prozess, um Mut“, sagt die Künstlerin. Susanne Schumacher hat in ihrer Heimatstadt Burgdorf die Romantik wieder aufleben lassen und Models in Kleidern aus der Zeit vor 200 Jahren in alten Gebäuden photografiert.

Nicht nur die Ausstellung ist vielfältig, auch das sonstige Kulturprogramm konnte mit Klavierkonzerten, Eichendorff-Lesungen und Filmvorführungen bis zu Kunst-Mitmachaktionen überzeugen.

Die Ausstellung ist bis zum 2. Oktober im SofaLoft, Jordanstr. 26, zu sehen.

Kathrin Bach

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