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Kultur Geschichte des Lagers Friedland kommt auf die Bühne
Nachrichten Kultur Geschichte des Lagers Friedland kommt auf die Bühne
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16:18 09.04.2009
Wird im "dokumentarischen Theater-Projekt" behandelt: das Grenzdurchgangslager Friedland.
Wird im "dokumentarischen Theater-Projekt" behandelt: das Grenzdurchgangslager Friedland. Quelle: Jens Schlueter/ddp
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Neben dem Deutschen Theater ist das Göttinger Ensemble „Werkgruppe 24“ an dem Projekt beteiligt. Regisseurin Julia Roesler und Dramaturgin Silke Merzhäuser hatten im Vorfeld zahlreiche Interviews mit Menschen geführt, die seit 1945 über das Lager Friedland nach Deutschland eingereist sind.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges hatten die britischen Besatzungstruppen das Lager Friedland bei Göttingen als Anlaufstelle für Flüchtlinge eingerichtet. In den ersten Jahren kamen dort vor allem Vertriebene und entlassene Kriegsgefangene an. Bis heute durchliefen mehr als vier Millionen Menschen das Lager, darunter auch Flüchtlinge aus Vietnam, Ungarn und Chile. Derzeit ist Friedland Anlaufpunkt für rund 2500 verfolgte Christen aus dem Irak.

Gleichzeitig ist das Grenzdurchgangslager Friedland die bundesweit letzte verbliebene Anlaufstelle für Spätaussiedler aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion. Es dient dem Land Niedersachsen auch als zentrale Ausländerbehörde für jüdische Zuwanderer. Weil immer weniger Aussiedler in Deutschland ankommen, soll es künftig zu einem Museum und einer Forschungsstätte umgebaut werden.

Das Stück „Friedland - eine inszenierte Lager-Installation“ wird in der Göttinger Saline Luisenhall aufgeführt. Die Saline ist die einzige Fabrik Europas, in der Salz noch mit dem traditionellen Pfannensiedeverfahren gewonnen wird. In einem alten Magazingebäude der Saline werden den Angaben zufolge stationsweise die unterschiedlichen Aspekte des Lebens im Lager dokumentiert, wie zum Beispiel die Registrierung, das Einkleiden in der Kleiderkammer, die Belegung der Schlafräume oder der Besuch einer Feierstunde.

ddp

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